Fachwerk und Natur erleben – Lützellinden

Gießen und seine Stadtteile

Gießen ist viel mehr als nur die Kernstadt – in den Stadtteilen der Universitätsstadt gibt es ebenfalls eine Menge zu entdecken. In einer lockeren Reihe nimmt die Gießen Marketing GmbH die fünf Stadtteile einmal näher in Augenschein. Die GiMa stellt Lützellinden, Allendorf, Rödgen, Wieseck und Kleinlinden vor, gibt Ausflugstipps und weist auf Sehenswürdigkeiten der Stadtteile hin. Den Anfang macht Lützellinden.

Porträt:
Lützellinden ist der jüngste Stadtteil Gießens im Süden der Stadt und grenzt an Wetzlar, Linden und Hüttenberg. Gegründet wurde Lützellinden vermutlich schon im 8. Jahrhundert. Ein belegbares Dokument stammt aus dem Jahre 1243, erste Hinweise auf eine Kirche gehen auf das 13. Jahrhundert zurück.

Die Verbindungen zu Gießen liegen historisch gesehen noch nicht lange zurück: Die viele Jahrhunderte eigenständige Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform im Jahr 1977 ein Teil des Stadtbezirks Dutenhofen, der neugegründeten Stadt Lahn. Bei deren Auflösung schon zwei Jahre später wurde Lützellinden dann der Stadt Gießen zugeordnet. Traditionell fühlten sich die Lützellindener allerdings eher mit dem Wetzlarer Raum verbunden. Diese Verbundenheit wird auch deutlich durch die Zugehörigkeit Lützellindens zur Evangelischen Kirche im Rheinland und zum Bistum Limburg. Alle anderen Gießener Gemeinden gehören zur Evangelischen Kirche Hessen und Nassau und auf katholischer Seite zum Bistum Mainz.

Landschaftlich liegt Lützellinden, das heute rund 2500 Einwohner zählt, im Hüttenberger Land malerisch eingebettet in die Täler von Kleebach, Zechbach und Lückenbach. Lützellinden galt als wohlhabende Bauerngemeinde. Auch heute noch zeugen die vielen Hofreiten von der landwirtschaftlichen Vergangenheit des Ortes. Zahlreiche Fachwerkhäuser mit ihren typischen Hüttenberger-Hoftoren sind als Kulturdenkmäler ausgewiesen. Besonders sehenswert ist sicher das Hohe Hoftor an der Schule 8 und das steinerne Haus in der Rheinfelserstraße 41.

 

3 Dinge, die man in Lützellinden gesehen haben sollte:

1. Hüttenberger Hoftore und andere Kulturdenkmäler: In Lützellinden zeugen zahlreichen Hüttenberger Hoftore von der fruchtbaren landwirtschaftlichen Vergangenheit des Ortes. Im Kirchweg 14 findet man sogar ein freistehendes Hoftor!

2. Romanisches Taufbecken: In der Falltorstraße/Ecke Waldstraße kann man ein romanisches Taufbecken outdoor bestaunen. Das mittelalterliche, kirchliche Relikt ist ebenfalls als Kulturdenkmal ausgewiesen.

3. Heimatmuseum: Im Heimatmuseum im Alten Rathaus (wegen Corona leider noch geschlossen) kann man die Arbeit des Heimatvereins Lützellinden, in Form von Dokumentationen über das alte Dorfleben, bewundern. Auch Ausstellungen und Exkursionen zu heimatkundlichen Themen werden angeboten.

 

Wanderung/Ausflugstipp:
Die Zechbachaue nördlich von Lützellinden kommt mit bemerkenswerten Streuobstbeständen und älteren künstlich angelegten Stillgewässern daher. Durch die aktive Pflege des örtlichen Naturschutzvereins haben sich diese seltenen Biotope erhalten können. Zu finden ist hier auch das Naturdenkmal „3 Linden am Zeichweid“ von denen noch zwei erhalten sind. Startpunkt des kleinen Ausflugs entlang des Zechbachs ist am Freibad in Lützellinden. Der Weg ist gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen. Wer etwas weiter gehen möchte, kann auch einen Abstecher zum Flughafen Lützellinden machen.

Regionale Spezialität – Apfelwein aus der Region
In Lützellinden hat der jüngste Keltermeister Gießens seinen Sitz. In der Kelterei Schmidt in der Breslauer Straße 4 in Gießen-Lützellinden stellt Joschua Schmidt seit rund fünf Jahren Apfelsaft, Apfelwein, Apfelbrand und Apfellikör her. Die Äpfel stammen ausschließlich aus dem Gießener Raum.

Besonderheit: Flugplatz Lützellinden
Ein besonderer Weltrekord, der immer noch im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist, nahm in Lützellinden seinen Anfang: Am 28. September 1980 startete der 41-jährige Stuntman Jaromir Wagner aus Gießen einen Weltrekord-Flug: Er überquerte als erster Mensch den Atlantik, auf der Tragfläche einer zweimotorigen Maschine stehend!
Aber auch ohne Rekord-Versuch ist der Flugplatz Lützellinden einen Ausflug wert. Auf dem Höhenrücken beim Flugplatz hat man an klaren Tagen eine wunderbare Aussicht ins Umland.


Schlagworte: draußen, Familie, Freizeit, Wandern
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