Ein sechs mal acht Meter großer Elefant schüttet sich an der Seitenwand der BPoteke in der Grünberger Straße 20 bunte Farbe aus einer kleinen Gießkanne über den Kopf – ein echter Hingucker mitten in Gießen. Geschaffen hat das Kunstwerk der Gießener Street-Art-Künstler Ali (Alee) Mojahedi.
Besonders charmant: Der Elefant sitzt mit seinem Hinterteil auf einer achteckigen Platte – eine klare Reminiszenz an das berühmt-berüchtigte Gießener Elefantenklo.
Vom Iran nach Gießen: Ein Künstler mit Geschichte
Mojahedi malt schon sein ganzes Leben. Mit 13 Jahren kam er allein aus dem Iran nach Deutschland – das Zeichnen war für ihn dabei immer ein treuer Begleiter. Nach einem Kunststudium in Kassel und einer Station in Bad Hersfeld fand er vor rund zwölf Jahren seinen Weg nach Gießen, wo er sich seitdem zu Hause fühlt.
Seine Handschrift ist in der Stadt längst an mehreren Orten sichtbar:
- der großformatige Bruce Lee, der seit 2021 nahe des Rathauses von einer Fassade blickt
- eine Wand an der Hardtallee, gemeinsam mit der Jugendwerkstatt gestaltet
- das Porträt von Wilhelm Conrad Röntgen, entstanden in Kooperation mit den 3Steps
- ein Reiher und der Gießener Schlammbeiser als Superheld, gemalt im Rahmen der River-Tales-Aktionen der 3Steps
„Ich mag das, wenn ich irgendwo bin, wo ich mich wohlfühle, dass ich auch was zurückgeben möchte.“
So kam es zum Elefanten
Die Idee entstand bei einer der „Art Nights“, regelmäßigen Malaktionen rund um den Veranstaltungsort „anschlussverwendung“. Dort lernte Mojahedi Atrin Pashaei Farahani kennen, der sowohl die BPoteke als auch die anschlussverwendung vermietet. Mojahedis Vorschlag: „Die Wand ist frei, die schreit nach Farbe und Gießen dürfte noch mehr Farbe bekommen“ – stieß sofort auf Begeisterung.
Der nächste Traum: eine Giraffe
Für Mojahedi ist Gießen längst eine Stadt der Street-Art – nicht zuletzt dank der heimischen Künstlergruppe 3 Steps und ihren River-Tales-Veranstaltunge. Sein nächstes Wunsch-Projekt hat er auch schon im Kopf: Eine riesige Giraffe an der Seitenwand des Dörrmann-Hochhauses in der Moltkestraße.








