Fünfte Auflage des Gießener Museumsfestes mit Mitmachangeboten und Experimenten in der Innenstadt
Gießen. Am 29. August präsentieren sich rund um den Kugelbrunnen am Kreuzplatz von 10 bis 17 Uhr wieder die heimischen Museen und Sammlungen aus Gießen und der näheren Region. Seit 2022 organisieren der BID Marktquartier und die Gießen Marketing das Event und machen damit eine breite Öffentlichkeit auf die Vielfalt der lokalen Museumslandschaft aufmerksam.
Die Gießener Rechenmaschinen-Sammlung „Rasend rechnende Räder“ führt verschiedene mechanische Rechenmaschinen vor. Die Besucher dürfen sie auch selbst ausprobieren. „Die Blütezeit dieser heute fast vergessenen Technik war“, so Organisator Thomas Kirchhof, „in der Zeit von 1910 bis 1960, mit vielen erstaunlichen Ideen für die Umsetzung der Rechenarten in die Mechanik.“ Die Maschinen seien die frühen Vorläufer der heutigen Computer. Auch die Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität (JLU) setzt auf Mitmachen. Kinder können bei einer archäologischen Ausgrabung „antike Vasen“ rekonstruieren und gestalten. Weiterhin bietet die Sammlung Bastelaktionen, Bilder zum Ausmalen und Spiele zum Thema Antike und Mythologie. Informationsmaterial zur Antikensammlung der JLU und ein Rätsel-Orakel zur laufenden Sonderausstellung „Epic Fails“ runden das Programm ab. Das Mathematikum bringt einige schöne Experimente und interaktive Exponate mit, die zum Ausprobieren einladen. Natürlich gibt es auch Informationsmaterial zu dem beliebten mathematischen Mitmachmuseum.
Selbst am Spinnrad sitzen
Historisches Handwerk zeigt das Heimatmuseum Pohlheim: Neben einer Vorführung am Spinnrad – dieses Jahr dürfen Besucherinnen und Besucher übrigens erstmals selbst zur Spindel greifen – wird auch Korbflechten vorgeführt. Ebenfalls zu sehen ist eine Ausstellung mit dem Titel „Mixer, Mühle und Wiegebalken – bevor der Strom in die Küche kam“, mit historischen Küchengeräten zum Anfassen.
Handwerklich wird es auch beim Holz- und Technikmuseum aus Wettenberg. Am Sägebock sägen die Besucher einen „halber Liter Erdöl“ ab, außerdem können sie ein kleines Fachwerkhaus aufbauen. Das Liebig-Museum bleibt seiner Tradition treu und zeigt die sehr begehrten Experimentalshows, die der stellvertretende Vorsitzende der Liebig-Gesellschaft, Professor Richard Göttlich, präsentiert. Der Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen hat für die kleinen Besucher ein Malangebot vorbereitet. Für die Erwachsenen haben die Mitarbeiter des NAL ein Quiz im Gepäck. Auch die Popcorn-Maschine läuft am Stand. Die Kunsthalle Gießen zeigt Ausstellungskataloge zum Durchblättern und lädt zum Postkartengestalten ein. Das Museum für Gießen (MfG) hat mit dem Museumsschiff „Jette“ die Segel Richtung Kreuzplatz gesetzt. Das MfG informiert über die aktuell laufende Liebknecht-Ausstellung. Außerdem können die Festbesucher Postkarten bemalen und abstempeln. Es liegen auch Ausmalbilder aus und die Besucher können ein Memory zur Stadtgeschichte spielen. Mit sogenannten „Hands-On-Objekten“ können sie Redewendungen erraten.
Lokalgeschichte steht beim Heimatmuseum Rödgen im Mittelpunkt. So präsentiert das Museum die ehemalige Glocke des Rödgener Ortsdieners, verschiedene Schriften wie die „Beiträge zur Rödgener Ortsgeschichte“ sowie einen Kasten, in dem sich Unbekanntes verbirgt. Kinder sollen fühlen und raten, welche Gegenstände sich in der Öffnung befinden. Auch möchten die Mitglieder des Fördervereins ihren neu errichteten Naturpfad vorstellen. Gießen Marketing (GiMa) bietet Informationen zu einem neuen Stadtführungsangebot für Besucher an und lädt Kinder zum Malen ein. „Das Museumsfest hat sich in den vergangenen Jahren fest in unserem Veranstaltungskalender etabliert und zeigt eindrücklich, wie vielfältig unsere heimische Museumslandschaft ist und welche Strahlkraft sie über Gießens Grenzen hinaus besitzt“, bekräftigt GiMa-Geschäftsführer Frank Hölscheidt.
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