"Hervorragende Visitenkarte unserer Stadt"

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Anlässlich des 40. Stadtfestes blickt das Stadtmarketing zurück und ist im Gespräch mit ganz unterschiedlichen Menschen, die auf verschiedene Weise das Stadtfest geprägt haben oder besondere Erlebnisse damit verbinden. Den Anfang macht Heinz-Jörg Ebert (65), der über seine Stadtfesterinnerungen spricht. Ebert, in Gießen wohlbekannt als Inhaber des mittlerweile ehemaligen Schuhhauses Darré, als leidenschaftlicher Streiter für die Gießener Innenstadt und als Sänger, hat das Stadtfest über viele Jahre hinweg musikalisch bereichert.

 

Gießen. „Ich bin mir sicher, dass ich mit meiner zweiten Formation – Swingin´Fast Food schon Mitte der 1980er Jahre auf dem Stadtfest aufgetreten bin“, meint Heinz-Jörg Ebert im Gespräch mit Gießen Marketing. Das stimmt. Tatsächlich trat Ebert sogar bei der Premiere des Stadtfestes im Jahr 1985 auf, wie der Bericht einer Gießener Tageszeitung (Gießener Allgemeine) vom 23. August jenes Jahres zeigt. Die junge Gruppe sang auf einer Bühne vor dem Kaufhaus Kerber, wo heute das TK Maxx steht.

 

„Sondertribüne“ im Flutgraben

Bekannt ist Eberts Engagement auf dem Stadtfest aber besonders mit seiner nachfolgenden Gruppe Give me Five. „Wir sangen, soweit ich weiß, auf der Karstadt-Bühne am Selterstor oder auch bei Spielwaren Fuhr, die zu Stadtfestzeiten ein Weindorf auf ihrem Parkplatz aufgebaut hatte“, erinnert sich Ebert. Vor allem aber, dies habe sich über viele Jahre manifestiert, seien ihm die Auftritte auf der damaligen Sommerladbühne im Flutgraben in Erinnerung. Da sei seine Gruppe der Samstagabend-Act über Jahre gewesen. „Nicht nur, dass der Platz in der Häuserschlucht der Knaller war: Gegenüber der Bühne gab es architektonisch bedingt eine Sonder-Zuschauertribüne – nämlich das Parkhaus von Sommerlad. Dort standen die Menschen Etage für Etage an den Brüstungen und machten immer eine Riesen-Stimmung!“ Das Repertoire von Give me Five sei damals, genauso wie das von den Musikerkollegen Man on the Line, geprägt von Covermusik gewesen. „Damals war diese Musik immer ein großer Magnet.“

Das Gießener Stadtfest sei für seine Bandkollegen und ihn immer etwas Besonderes gewesen. „Wir waren alle mehr oder weniger ΄Gießener΄. Unser Herzstück und Heimspiel mit der größten Resonanz war immer Gießen: ob im Ulenspiegel, auf dem Schiffenberg vor 6000 Menschen oder eben auf dem Stadtfest, das immer war auch eine echte Visitenkarte für uns war.“

Besondere Verbindung zu Gießener Publikum

Auslöser für die Gründung von Give me Five sei der Tod von Freddie Mercury 1991 gewesen. „Es war Schlagzeuger Tobias Nikolai, mit dem ich auch in meiner ersten Formation PEN (Pfaff, Ebert, Nikolai) gespielt hatte.“ Dieser habe die Idee gehabt, Queen zu covern und diese geniale Musik mit Monumental-Rock aus den 70ern und 80ern und einer großen Besetzung – mit komplettem Bläsersatz – zu ergänzen. „Ingi Fett und ich durften frontsingen und nur unmittelbar später stieß Tom Pfeiffer dazu.“ Heute habe man immer noch zusammen Spaß als die „Drei Stimmen“, nachdem sich die 13-köpfige Formation berufsbedingt auflöste. „Wir hatten zu unserem Gießener Publikum immer eine ganz besondere Verbindung“, so Ebert. Das habe sich ja auch in der Zeit mit den „Drei Stimmen“ fortgeführt.

Ebert meint, dass er die Musik recht spät für sich entdeckt habe. „Ich war in Graz auf der Hochschule bei Bobby McFerrin, bekannt durch seinen Hit ‚Don´t worry, be happy‘, und bei Sheila Jordan.“ Dort habe er sich in die Jazz-Improvisation gestürzt und habe danach vor der Entscheidung gestanden: Shoe- oder Showbusiness. „Ich habe mich für die Schuhe entschieden.“ Und für Gießen. Die Musik sei bis heute Ausgleich, Ventil, Inspiration und Energielieferant für ihn. „Dass wir mit den ‚Drei Stimmen‘ über eine Million Euro für die Unterstützung sozialer Projekte ersingen konnten, kommt noch obendrauf.“ Das Miteinanderwirken in einer Formation, um den Leuten ein paar schöne Momente zu geben, tut gut und treibt an. Die zahlreichen Erinnerungen an das Gießener Stadtfest speisen sich bei Ebert vor allem aus der unglaublichen Stimmung, die auf der Bühne und vor der Bühne geherrscht hat.

Ebert wünscht sich, dass sich die Gießener Innenstadt ihrer erfolgreichen und innovativen Vergangenheit erinnert, sich zukunftsorientiert weiterentwickelt, sich multifunktionell aufstellt und ein gutes Beispiel für kooperatives, zielorientiertes Miteinander darstellt. „Also eigentlich die gleichen Wünsche, die ich auch für das Gießener Stadtfest habe.“

 

Mittelhessischer Kommunikationstreff

„Ich wünsche dem Stadtfest, dass es weiter eine hervorragende Visitenkarte unserer Stadt bleibt, mit einem großartigen und friedlichen Miteinander und sich dabei weiterhin als der von einer super Stimmung geprägte mittelhessische Kommunikationstreff schlechthin zeigt.“ „Und“, ergänzt Ebert, „natürlich allzeit gutes Wetter.“


Schlagworte: drei Stimmen, Give me Five, Heinz-Jörg Ebert, Jubiläum, Rückblick, Sänger, Stadtfest 2026
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