Gießkannenmuseum

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Gießkannenmuseum
Sonnenstr. 3
35390 Gießen


Gießkannenmuseum wieder geöffnet

Aktuell: Die Ausstellung von Isabel Frisch „Vielleicht hundert Gießkannen?“  wurde verlängert. Sie wird noch bis Ende des Jahres zu sehen sein. Die neue Wechselausstellung „Gießkannen mit skulpturalem Anspruch“ wurde eingerichtet.

Der Frühling begann ungewohnt still im GiKaMu. Wie überall in der Stadt mussten die Türen der kleinen Institution in der Sonnenstraße aufgrund des Herunterfahrens des öffentlichen Lebens verschlossen bleiben. Und das in einer Zeit, in der sich das Museumsteam eigentlich über besonders gute Besucherzahlen freuen kann. Doch nun hat das GiKaMu seit dem vergangenen Wochenende wieder geöffnet – natürlich unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Doch die ersten Tage mit Publikumsverkehr liefen gut an und der Rhythmus der Besucher*innen gestaltete sich so, dass das Gebot, nicht mehr als 3 Gäste gleichzeitig in den Räumlichkeiten zuzulassen, nicht zum Problem wurde.

So war der Andrang zwar noch verhalten, aber viele Besucher*innen haben sich freudig darüber geäußert, nun endlich wieder etwas unternehmen zu können.

„Wie habe ich es vermisst, mir etwas anzuschauen und mich darüber auszutauschen!“, hat beispielsweise eine Besucherin bekundet, die gemeinsam mit ihrer Freundin kam.

Entdeckungen sind nun wieder möglich – trotz Maskenpflicht und Abstandsregeln – zu den inzwischen geltenden Sommeröffnungszeiten im GiKaMu: Dienstag 17 – 19 Uhr, Mittwoch 11 – 13 Uhr, Freitag 15 – 18 Uhr, Samstag 12 – 16 Uhr und Sonntag 15 – 17 Uhr.

Direkt neben dem Botanischen Garten

2011 im Vorfeld der „Landesgartenschau 2014“ wurde das Mitmachmuseum in der Neustadt 28 eröffnet. Es verfügt über die Gießkannensammlung, die von Gießener Bürger*innen und weiteren Spendern zusammengetragen wurde. Längst beherbergt das Museum viele hundert Exponate. Ein bemerkenswerter Bestand. Sollte man doch meinen, dass die Gießkanne, bestehend aus Wasserbehälter, Griff, Gießrohr und Brausestück, ein vergleichsweise einfacher Alltagsgegenstand ist. Doch die Museumsleute haben eine breite Palette an Varianten etwa in Material, Design, Form und Farbe zusammengetragen: blaue Kannen, grüne Kannen, gelbe Kannen, solche für den Innenraum, Gartengerät oder spezielle Exemplare etwa für die Kakteenpflege, Gießgefäße in Form von Hahn und Henne, mit pittoresk gestalteten Grundelementen oder kindgerecht gefertigt.

All das ist zu sehen in dem Haus, dessen Sammlung beständig gewachsen ist. Im besonderen Fokus steht zudem die Geschichte der einzelnen abgegebenen Stücke. Außerdem finden Besucher im Museum auch ein „Druckgrafisches Kabinett“. Es umfasst 26 Blätter aus dem 19. Jahrhundert, die die Kanne in ganz unterschiedlicher Weise in Aktion zeigt.

Das Gießener Gießkannenmuseum widmet sich dem gebräuchlichen Alltags- und Nutzgegenstand Gießkanne und hebt weniger auf antiquarisch wertvolle oder bedeutsame Einzelstücke ab.

Vielmehr steht der große Formenreichtum des trivialen Gießgefäßes im Mittelpunkt des Sammlungsinteresses. Denn die Gießkanne ist aus formal-ästhetischer Perspektive durchaus interessant. Bestehend aus Gefäß, Tülle, Brausestück und Griff, variiert sie in Design, Material und Wertigkeit und bevölkert Gärten und Fensterbänke in unterschiedlichsten Formen und Farben. Aus Metall, Plastik oder Keramik, in figürliche Formen gepresst oder auf nostalgisch getrimmt, als schicker Design-Gegenstand oder banaler Gartenbedarfsartikel, für drinnen oder draußen, Kinder oder Hobbygärtner – die Gießkanne ist ein Nutzgegenstand, bei dem die Funktion mit unterschiedlichsten Formen verbunden ist.

So sammelt das Gießkannenmuseum Gießkannen für Balkon- und Zimmerpflanzen, Gießkannen für den Garten, sowie Kakteen- und Kindergießkannen. Die Gießkanne von Tante Elli, die ausgediente Spielzeuggießkanne in Elefantenform oder die vererbte und vom Gebrauch gezeichnete Messinggießkanne – die Dinge, an denen persönliche Geschichten, Spuren und Erinnerungen hängen, interessieren das Gießener GießkannenMuseum ausdrücklich. Das ausgediente Gießgerät ist somit mindestens so gerne gesehen wie die eigens für eine Schenkung angeschaffte Neuware, die zum Beispiel durch eine extravagante Form besticht.

So ist eine breite Beteiligung der Gießener Stadtgesellschaft an der spielerischen Idee der Sammlung eine wesentliche Zielsetzung des Gießkannenmuseums. Der Sammlungsbestand wächst durch das Zutun der Gießener Bürgerinnen und Bürger und selbstverständlich auch durch das von Gästen und Sympathisanten. Allein aus Schenkungen oder Dauerleihgaben speist sich somit der Fundus und bleibt mit seinen vielen Stifterinnen und Stiftern verbunden.

Druckgrafische Sammlung im Gießkannenmuseum

Durch einen glücklichen Umstand ist das Gießkannenmuseum zu einigen schönen Druckgrafiken aus dem späten 19. Jahrhundert gekommen, auf denen Gießkannen in unterschiedlichen Kontexten zu sehen sind.
Auf Holz- und Kupferstichen, Lithografien und Illustrationen zeigt sich die Gießkanne mal als Protagonist, mal als eher beiläufiges Bilddetail. So tritt sie unter anderem als wässerndes Gartengerät, als zweckentfremdetes Musikinstrument oder als improvisiertes Behältnis für den eben getätigten Fischfang ins Bild. Besonders formenreich erscheint die Gießkanne auf den grafischen Blättern. Sie ergänzt die bisherige Sammlung realer Exponaten bildnerisch vortrefflich um einige historische Stücke, die bislang noch im Sammlungsbestand fehlen.

Es können auch Gruppenführungen zu individuellen Terminen gebucht werden. Eine Anmeldung hierfür ist mindestens 3 bis 4 Wochen vor dem gewünschten Termin ratsam (Tel.  0641 – 306 2028 oder info@giesskannenmuseum.de). Für die Gruppenführung (mit max. 20 TeilnehmerInnen) wird eine Gebühr von 30,- € erhoben. Für Schulklassen und Kinder gibt es speziell abgestimmtes Programm.

Der Zugang ist barrierefrei – der Eintritt frei.

Nach wie vor freut sich das Museumsteam über Gießkannenspenden. Aufgrund der inzwischen auf über 1.200 Exemplare angewachsenen Sammlung und der begrenzten Archive werden nun bevorzugt außergewöhnliche Kannen und solche, hinter denen sich besondere Geschichten verbergen, gesammelt.

Weitere Infos finden Sie auf der Webseite des Gießkannenmuseums.


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