Planet Greyhound - Eröffnung der Ausstellung am 18.02.2022

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Datum/Zeit
18.02.2022 - 01.05.2022
17:00 - 19:00

Kunsthalle Gießen
Berliner Platz 1
35390 Gießen


Eröffnung am Freitag den 18.02. 2022 von 17 bis 19 Uhr in der Kunsthalle Gießen

Laufzeit: 18.02.202201.05.2022

Kuratiert von Dr. Nadia Ismail


Kunsthalle wird temporäre Bushaltestelle

Für ihre Einzelausstellung Planet Greyhound in der Kunsthalle Gießen verwandelt die Künstlerin Julia Scher den Ausstellungsraum in eine temporäre Bushaltestation für humanoide und extraterrestrische Lebensformen.
Der titelgebende „Planet Greyhound“ ein Planet, der für die Ausstellung käuflich erworben und entsprechend getauft wird avanciert dabei zu einem Ort logistischer Überwachung und gleichermaßen zum kosmischen Sehnsuchtsort marginalisierter Lebensformen. Denn in Julia Schers Werk verschmelzen Gedanken zur Motivation und Umsetzung bestehender Sicherheitsund Überwachungsmechanismen mit Reflexionen über jene Gruppen, die einer solchen Kontrolle zumeist machtlos ausgesetzt sind.

Hund als wiederkehrendes Motiv

So bezieht sich der namensstiftende „Greyhound“ zu dt. Windhund auf Greyhound Lines, das größte Linienbusunternehmen für Fernverkehr in den USA. Dessen ausrangierte Bussewurden im vergangenen Winter oftmals zu mobilen Wärmestationen für marginalisierteGruppen umfunktioniert. Zugleich stehen Hunde als wiederkehrendes Motiv in den Arbeiten der Künstlerin meist im Zeichen der Domestizierung; der kontrollierten Erziehung zugunsten des menschlichen Sicherheitsbedürfnisses.

Umgang mit Überwachungsstrukturen reflektieren

Betreten Besucher*innen den Ausstellungsraum, der von wachenden Windhundskulpturen gesäumt wird, begeben sie sich in eine intergalaktische Bushaltestation. Angesiedelt zwischen der Erde und dem Planeten Greyhound, kann diese als eine Art „transstate“ begriffen werden  ein Transitbereich, in dem Sitzgelegenheiten dazu einladen, den Personenverkehr zwischen den Planeten mittels Videoaufnahmen und Anzeigetafeln genauestens zu beobachten.
Offen bleibt, aus welcher Motivation heraus die Observation und logistische Kontrolle der fernen Planeten und ihrer Lebewesen erfolgt. Dient sie der Überwachung fremder, potenziell bedrohlicher Lebensformen? Ist sie das Symptom eines florierenden Weltraumtourismus? Oder transformiert sie die Kunsthalle zu einem Safe Space und intergalaktischen Zwischenstopp für marginalisierte Gruppen,die in der Hoffnung
marginalisierte Gruppen, die in der Hoffnung auf ein neues, friedvolleres Zusammensein jenseits von Kontrollmechanismen, die Reise zum Planeten Greyhound antreten?

Mit ihrer Arbeit regt Julia Scher auf immersive Weise dazu an, über die eigene Rolle im Umgang mit Überwachungsstrukturen, unbekannten Kulturen und marginalisierten Gruppen zu reflektieren Themen, die im Zeichen der pandemischen Kontaktnachverfolgung, Elon Musk’s SpaceXProjekten und den jüngst veröffentlichten Pentagonberichten über UFOSichtungen des USVerteidigungsministeriums weiter an Aktualität gewinnen.

Über die Künstlerin

Julia Scher (*1954, Los Angeles) lebt und arbeitet in Köln. Seit mehr als drei Jahrzehnten unterwandern ihre Installationen und Werkserien die Sicherheitssysteme, die den öffentlichen und privaten Raum kontrollieren. Die vergangenen vierzig Jahre ihres Schaffens sind durchzogen von einem extensiven Programm internationaler Einzel und Gruppenausstellungen, u.a. San Francisco Museum of Modern Art (SFMoMA); FriArt Centre d’Art Contemporain Kunsthalle, Fribourg, Schweiz (mit Vanessa Beecroft); Kölnischer Kunstverein, Köln; Walker Art Center, Minneapolis.


Schlagworte: Ausstellung, Julia Scher, Kunsthalle
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