"Ein spiritueller Weg zur Mitte" im Wallenfels´schen Haus

Tara-Mandala

Auflösen und Erstellen eines buddhistischen Sandmandalas mit Mönchen aus Ladakh

Vom 14. – 19. Februar 2019 im Oberhessisches Museum Gießen, Wallenfels’sches Haus

Mandalas – kreisrunde Darstellungen mit unterschiedlichen geometrischen Elementen – finden wir in vielen Kulturen und Religionen. So wurde auch in der christlichen Tradition die Kreisform in Kunst und Architektur immer wieder als zentrale geometrische Figur verwendet.

In von der buddhistischen Lehre geprägten Ländern, wie Indien, Tibet, Nepal und Bhutan, leiten Mandalas den Meditierenden auf dem Weg zur Mitte. Das Zentrum jeder Mandaladarstellung enthält eine grundlegende Wahrheit, der man sich in Meditation und Leben schrittweise annähert. Im Sandmandala, das nun bereits zum dritten Mal im Wallenfels’schen Haus in Gießen erstellt wird, befindet sich die Grüne Tara in dieser Mitte.
Sie verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas und schützt vor den acht Arten der Angst. Ihre zum Aufstehen bereite Sitzhaltung symbolisiert ihre besondere Schnelligkeit bei der Erfüllung von Wünschen und dem Schutz vor Gefahren. Obwohl die grüne Tara auch weltliche Wünsche erfüllen soll, besteht ihr eigentliches Anliegen darin, die Praktizierenden zur Erleuchtung zu führen. In dieser Weise kann man die acht Ängste, vor denen die grüne Tara schützt, auch als Symbole für die inneren Hindernisse auf dem Weg verstehen.
Bevor die Mönche beginnen, das Mandala der Tara zu streuen, kann man am Vormittag des 14. Februar zunächst die rituelle Auflösung des noch vorhandenen Mandalas von Avalokiteshvara verfolgen. Dies werden die Mönche mit Gebeten für den Frieden in unserer Welt verbinden. Bis zum 19. Februar entsteht dann ein neues filigranes Mandala aus farbigem Sand. Farbgebung, Anordnung und Gestaltung entsprechen einer künstlerisch-religiösen Sprache mit tiefem Symbolgehalt. Sechs Tage können wir miterleben, wie in konzentrierter Atmosphäre allmählich ein faszinierendes und tiefgründiges Kunstwerk entsteht.
Mit dem Wunsch, den interreligiösen Dialog und den kulturellen Austausch zu bereichern und zu einem friedvollen Miteinander in der Welt beizutragen, kommen die Mönche aus Ladakh auf Einladung der buddhistischen Gemeinschaft Dharmakirti in Gießen zusammen.

Aus Anlass der Erneuerung des Sandmandalas im Oberhessischen Museum wird eine Sonderöffnung des Wallenfels’schen Hauses am Montag, den 18.2.2019 von 10 bis 16 Uhr, ermöglicht.


Schlagworte: Ausstellung, Kultur & Szene, Museum
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