Von der Immobilienmaklerin zur Suppenköchin

Conny Mohr bietet in der Kantine "Speedy" leckeren Mittagstisch an.
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Existenzgründer in Gießen: Conny Mohr wagte nach 25 Jahren als Immobilienmaklerin den Neuanfang

25 Jahre lang hat Conny Mohr als Immobilienmaklerin in Frankfurt gearbeitet. Anfang 2014 machte sie Schluss damit. Die tägliche Fahrerei nach Frankfurt war ihr zuviel geworden. Sie machte sich zusammen mit ihrer Tochter – die gelernte Steuerfachgehilfin suchte zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eine neue Herausforderung – selbstständig und eröffnete mit dem „Suppenduo“ einen mobilen Cateringservice für Suppen. Mohr beliefert auf Bestellung Firmen und steuert verschiedene Standorte in der Stadt an. Gewählt werden kann immer aus zwei Suppen – wer zehn Portionen und mehr bestellt, kann aus Conny Mohrs mittlerweile riesigem Repertoire an Suppen einen eigenen Wunsch äußern und individuell bestellen. Dazu gibt es leckere, hausgemachte Nachtische. Im Sommer bietet die 56-Jährige außerdem Salate an.

„Kochen war schon immer mein Hobby“

Doch wie kommt man aus der Immobilienbranche überhaupt dazu, Suppen anzubieten? „Kochen war schon immer mein Hobby“, erzählt die Inhaberin, „ich probiere gerne Dinge aus“. Die Suppen und Mittagsgerichte werden also alle erprobt, bevor sie beim Kunden auf dem Teller landen, und es kommen so immer weitere Kreationen hinzu, die man für Firmen- und private Veranstaltungen als Catering buchen kann.

„Ich habe gerne als Immobilienmaklerin gearbeitet“, erzählt sie, „doch eines Tages habe ich ausgerechnet, wieviel Zeit ich auf der A5 verbringe und vor allem dabei im Stau stehe“. Auf einen ganzen Monat pro Jahr sei sie gekommen und nach Frankfurt ziehen keine Option gewesen. Außerdem sei auch die Immobilienbranche in den vergangenen Jahren härter geworden. Also beschloss Conny Mohr, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Ihre Suppen liefert sie in speziellen Thermobechern mit ihrem Pkw aus. Die Idee stammte von einer Kundin aus Mohrs Zeit als Maklerin. Bereits beim Gründertag „TIG StartUp“ im November hatte Mohr ihr Konzept vorgestellt. Auf die Frage, ob sie denn mit den Suppen und der Kantine genauso viel verdiene wie als Immobilienmaklerin, sagt sie ganz klar: „Nein, aber ich kann davon leben und habe enorm an Lebensqualität gewonnen“.

Mittagskantine „Speedy“ im Europaviertel

Als die bisherige Kantine im Europaviertel schloss, ergab sich für Mohr die Gelegenheit: Sie übernahm im März 2016 die Räume in der Kerkrader Straße und eröffnete die Mittagskantine „Speedy“, in der es neben Suppen täglich weitere leckere Gerichte  – Gefügel, Salate, Nudeln oder auch Fisch gibt. Der Bedarf im Europaviertel ist da: 80 bis 160 Essen pro Tag gibt die Gastronomin allein in der Kantine aus, 120 bis 200 Suppen gehen an guten Tagen im mobilen Service weg. Ihre Tochter ist mittlerweile wieder ausgestiegen, dafür beschäftigt Mohr einige Aushilfskräfte. „Es kommen immer mehr Firmen, die beliefert werden möchten“, sagt Mohr und freut sich, dass ihr Unternehmen organisch gewachsen ist. Allerdings: „Ich stoße hier auch an Grenzen, denn die meisten wollen ihr Essen nun einmal zwischen 12 und 13 Uhr geliefert bekommen“. Daher arbeitet Mohr zur Zeit mit einem Fahrradanhänger-Kurierdienst, der für sie einige Standorte beliefert. „Ich kann mich ja schließlich nicht aufteilen“. Den Abnehmern schmeckt’s: „Lecker!“ „Super!“ – das ist das Fazit, was man in der Kantine immer wieder hört. Frisch und selbst gekocht schmeckt es halt eben doch am Besten. Das Wochenangebot in der Kantine „Speedy“ gibt es immer unter www.suppenduo.de. Dort kann man auch bezüglich Bestellungen und Cateringanfragen Kontakt mit Conny Mohr aufnehmen und das Suppen-Repertoire einsehen.


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