Sportler & Spieler (Teil 2): Steffen Kohlitz ("Wilde Hassianer")

Der Bootssteg ist sein zweites Zuhause: Steffen Kohlitz von den "Wilden Hassianern".
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„Bis zu meinem 39. Lebensjahr habe ich nie organisiert Sport gemacht“ lacht Steffen Kohlitz. Ein Zufall brachte ihn damals zum Drachenbootfahren. Seitdem ist der heute 46-Jährige „angefixt“, wie er es selbst beschreibt. Aus der Drachenbootabteilung des Gießener Ruderclubs Hassia 1906 ist er nicht mehr wegzudenken. Kohlitz ist nicht nur Drachenbootwart, sondern organisiert auch den Gießener Drachenbootcup zum Stadtfest im August – dieses Jahr zum insgesamt fünften Mal.

„Ich bin zum Drachenboot gekommen wie die Jungfrau zum Kind“, sagt Kohlitz. Ein Arbeitskollege überredete ihn, für die Firmenmannschaft beim damaligen internationalen Drachenbootfestival in Frankfurt mit ins Boot zu steigen. „Wassersport war damals so überhaupt nicht meins“, sagt der Drachenbootwart, der bis dahin noch nie einen Mannschaftssport ausgeübt hatte. Und er erinnert sich: „Beim ersten Training hätte ich kurz vorher fast noch gekniffen“. Doch dann geschah das Unerwartete: Kohlitz war schon von der ersten Trainingseinheit so „angefixt“, dass er noch am selben Abend das Internet befragte, wo er denn in der Heimat Drachenbootpaddeln könnte. „Da bin ich auf die Hassia gestoßen“. Das war im Mai 2009. Seitdem sind der Verein und der 46-Jährige untrennbar miteinander verbunden. Der diesjährige Drachenbootcup am Stadtfest ist der fünfte, den er mitorganisiert und der vierte, für den er verantwortlich zeichnet.

Neben seiner Tätigkeit als Drachenbootwart ist er im Vereinsvorstand noch als zweiter Kassierer aktiv. Als Abteilungsleiter hat er alle Hände voll zu tun, denn nicht nur der Gießener Cup will geplant sein, auch für die Rennen, an denen die Gießener teilnehmen, gibt es organisatorische Dinge zu erledigen: Bei der Meldung zur deutschen Meisterschaft etwa müsse für jeden Teilnehmer ein Ausweis beantragt werden, jeder Teilnehmer brauche außerdem ein ärztliches Attest über die Tauglichkeit. Saisonpläne, Mannschaftsmeldungen, Mitgliederwerbung, die Planung von Trainingslagern – all das geht über Kohlitz‘ Schreibtisch. Erst kürzlich war er auch wieder mit bei „Sport in der City“ am Start, wo der Verein für sich um Mitglieder warb. „Man unterschätzt schnell, wieviel Arbeit  überall drin steckt“. Und natürlich ist Steffen Kohlitz auch weiterhin selbst aktiver Paddler – er paddelt im Sportteam „Wilde Hassianer„. Zweimal die Woche ist festes Training, zusätzlich nimmt er auch häufig an Trainings des Partnervereins „Hellas“ Gießen teil, mit dem die Drachenbootler im Austausch und in Kooperation stehen. Etwa einmal im Monat fahren die „Wilden Hassianer“ einen Cup – den ersten diese Saison haben sie in Wuppertal absolviert. Neben dem Langstreckenrennen bei der Deutschen Meisterschaft in Saarbrücken stehen die Teilnahme beim Cup am Museumsuferfest in Frankfurt, bei der Regatta zum Hafenfest in Schierstein, die Regatta beim Hafenfest in Duisburg und zum Saisonabschluss im Oktober der legendäre „Monkey Jumble“ in Saarbrücken an. Dann paddelt er manchmal noch aushilfsweise bei befreundeten Vereinen mit.

Komplette Freizeit fließt in Verein

„Man kann es nicht anders sagen: Meine komplette Freizeit fließt in den Verein“, sagt Kohlitz. Sein Hobby kann der Chemielaborant, der bei sanofi in Höchst in der Forschung arbeitet, gut mit dem Job verbinden.  Feste Arbeitszeiten, keine Wochenenddienste – das kommt dem Drachenbootler sehr entgegen. Seine Frau hat er mit seinem Hobby ebenfalls infiziert: Die ehemalige Handballerin und Fußballerin trainiert das „Hassia“-Funteam „Die Gans Wilden“. „Wenn meine Frau da nicht so mitziehen würde, wäre es sicher schwierig“, räumt er ein. Für seine Vereinskollegen findet er lobende Worte: Zwar seien bei der „Hassia“ einige Vorstandsposten derzeit unbesetzt, aber man finde unter den Kameraden immer jemanden, der mit anpacke. „Arbeitseinsatz für ein paar Stunden am Wochenende? Bei uns kein Thema“,  freut er sich. Nachwuchsprobleme hat die Abteilung nicht: Das Jugendboot der „Hassia“-Drachenbootler ist vor kurzem in seine zweite Saison gestartet. Für den Gießener Drachenbootcup am Samstag, 20. August, gibt es übrigens noch einige Startplätze. Infos und Ausschreibung unter www.wilde-hassianer.de oder auf der Stadtfest-Seite.


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