"Lasst Euch das Feiern nicht vermiesen!"

Rodgau Monotones, Samstag, 20. August, SWG-Bühne Kirchenplatz

Rodgau Monotones-Gitarrist Ali Neander im Interview

Am Samstag, 20. August, steht dem Gießener Stadtfest prominenter Besuch ins Haus: Auf der Hauptbühne am Kirchenplatz spielen ab 21 Uhr die „Rodgau Monotones“ auf. Wir haben die Kultband zum Interview gebeten und Gitarrist und Mitbegründer Ali Neander hat uns geantwortet…

 

Einer Eurer größten Hits ist „Die Hesse komme!“ Was ist für Euch typisch Hessisch, bzw. was macht für Euch einen echten Hessen aus?

Ali Neander: Zunächst mal sind wir ja auch zum Teil „eingewanderte“ Hessen. Also typisch Hessisch ist für uns: Man muss beileibe kein Deutscher sein, um Hesse zu sein, einen Handkäs überleben und zwei schlechte Witze auswendig zu können, qualifiziert quasi schon zur Vereinsteilnahme. Wichtig ist noch ein gehöriger Schuss Selbstironie, denn bei Hessen gibt’s kein stumpfes „Mia san mia“, wir sind jeden Tag anders…

 

Als Hessen ist Euch Gießen ja ganz bestimmt ein Begriff. Was fällt Euch als erstes ein, wenn Ihr den Namen hört?

Neander: Also erstmal kommt ja Gießen Schon in „Die Hesse komme!“ vor, zweitens waren wir ja schon öfter mal da und drittens kam ja auch unser leider verstorbener Freund Matthias Beltz aus der Gegend, das adelt natürlich…

 

Habt ihr schon mal in Gießen gespielt? Wenn ja, welche Erinnerungen habt Ihr daran?

Neander: Klar, wir waren schon in der Kongresshalle, ich glaube ein paar Mal, auf dem Stadtfest schon mal vor ein paar Jahren und mal auf einem großen Open-Air, wenn ich mich richtig erinnere mit Tina Turner oder so…ist schon eine Weile her. Die Auftritte waren immer prima.

 

Die Rodgau Monotones gibt es seit 1977 – fünf Gründungsmitglieder sind heute noch dabei, den letzten Wechsel gab’s 2002. Dennoch seid ihr eine Band, die auf der Bühne so frisch wirkt, als stecke sie gerade in den Anfangstagen. Wie macht Ihr das?

Neander: Danke für das Kompliment! Das ist uns manchmal auch ein Rätsel, aber ich glaube, es hat damit was zu tun, dass wir uns gut leiden können (trotz aller „Eheprobleme“), wir uns aber im normalen Leben eher aus dem Weg gehen. So hat jeder was zu erzählen am Wochenende. Außerdem haben wir die landläufigen „Bandkrisen“ schon alle hinter uns gebracht, da lässt es sich befreit losbrettern. Wir freuen uns schon auf unser 40. Live-Jubiläum 2018.

 

So viele Jahre Bandgeschichte, so viele Platten, so viele Konzerte. Gibt es nach all der Zeit Meilensteine oder Höhepunkte, die sich heraus kristallisiert haben? Momente, die besonders in Erinnerung bleiben?

Neander: Da hat jeder von uns sicherlich einen anderen besonderen eigenen Moment. Es gibt Konzerte wie das 86er Wackersdorf Konzert vor 90.000 Leuten, die unheimlich beeindruckend waren. Aber zum Beispiel auch den Abend im Kinosaal Somborn, als wir  unsere erste LP raus gebracht hatten und plötzlich der ganze Saal unsere eigenen Stücke mitsang und wir auf einmal keine Coverband mehr waren. Im Moment aber würde ich sagen, und das ist jetzt kein Geschleime: Immer der letzte Auftritt, denn es ist ein unheimliches Privileg, so etwas nach fast 40 Jahren noch erleben zu dürfen.

 

Wir leben in unruhigen Zeiten – spätestens seit dem Anschlag in Anspach wurden die Sicherheitsvorkehrungen bei vielen Veranstaltungen verschärft. Geht Ihr auch mit einem mulmigen Gefühl auf die Bühne oder haltet Ihr das alles für übertrieben?

Neander: Das ist natürlich nicht übertrieben. Große Menschenmengen haben im Moment ein bisschen ihre Unschuld verloren. Ich hoffe aber, dads sich das wieder ändert und die Leute sich ihr Feiern zurückholen.

 

Habt Ihr eine Botschaft für diejenigen, die sich fürchten?

Neander: Am letzten Montag waren wir in Gersheim auf einem riesigen „Fischerfest“. Es war rappelvoll, es gab eine super Stimmung und alles war friedlich. Warum soll das in Gießen nicht auch so sein? Kommt, haltet die Augen auf aber lasst Euch euer Feiern nicht vermiesen. Wir freuen uns auf Euch!

 

Was dürfen die Besucher beim Stadtfest erwarten – 2015 habt ihr ja auch ein neues Album veröffentlicht…?

Neander: Wir spielen ein gutes Gemisch aus neuen Stücken und alten Krachern und die Resonanz darauf ist bisher ganz prima. Also ehrlich gesagt, macht es im Moment einen Mörderspaß, bei den Monotones zu sein!


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