Jack the Ripper das Handwerk legen

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Die „Escape Rooms Gießen“ in der ehemaligen Dernpassage bieten drei spannende Live-Adventure-Games

Die Tür schließt sich hinter uns und plötzlich stehen wir in den dreckigen und dunklen Gassen des Londoner East Ends im Jahre 1880. Jack the Ripper, einer der wohl berühmtesten Serienmörder des 19. Jahrhunderts hält hier derzeit die Menschen und die Polizei in Atem: Mindestens fünf Prostituierte hat er bestialisch ermordet, die genaue Zahl seiner Opfer ist unklar, ebenso seine Identität. Die Fahndung im Stadtteil Whitechapel läuft auf Hochtouren, und jeder weiß: Jederzeit kann er in einem der düsteren Winkel wieder zuschnappen. Heute sind wir die Ermittler, die den Kampf gegen die Zeit führen, 55 Minuten bleiben uns, Jack the Ripper dingfest zu machen und ihm das Handwerk zu legen.

Keine Handys!

Doch die Hinweise in dem dunklen Raum sind spärlich gesät: Ein paar Zeitungsartikel über Jack the Rippers Gräueltaten an den backsteinernen Wänden, eine Metalltonne, eine Kiste, eine Schubkarre, ein seltsames Konstrukt aus Regenrohren, eine Wäscheleine, ein mysteriöses Fenster mit flatternden Gardinen. Eine Straßenlaterne gibt Schummerlicht ab. In den dunklen Winkeln des Zimmers kommen wir fast nur mit dem Tastsinn voran. Die Taschenlampen-App des Handys zu benutzen ist nämlich verboten. Klar – 1880 gab es eben noch keine Handys – und keine Taschenlampe. So kommt schnell eine gruselige Grundstimmung auf, wissen wir doch nicht, was sich hinter dem Fenster verbirgt und ob sich nicht doch eine geheimnisvolle Tür in der Backsteinwand auftut, die uns direkt ins Verderben führt. Und an die Metalltonne traut sich auch zunächst niemand heran. Was man nicht weiß: Welche Gegenstände spielen überhaupt mit, was in diesem Raum hat eine tiefer gehende Bedeutung?

Computerspiel ohne Computer

Nun – was soll das Ganze? Wir sind in einem so genannten „Escape Room“. Das ist ein Spiel, bei dem es, ähnlich wie bei einem Adventure Game am Computer, darum geht, Hinweise zu finden, diese zusammenzusetzen und schließlich zu einer Lösung zu kommen. Was passt zu was und warum? Nur: Anders als am Computer spielt man hier im Team.

Im Mai haben Jessica Kornadt und Marco Swedik die „Escape Rooms Gießen“ in Räumen in der ehemaligen Dern-Passage an der Westanlage eröffnet. Drei Themenräume kann man seitdem hier spielen, ein vierter soll bis Jahresende folgen. Wir haben uns für „London Crime“ entschieden – der schwerste der drei Räume, wie wir hinterher erfahren. Kornadt und Swedik betreiben bereits in Gründau im Main-Kinzig-Kreis ein Escape-Room-Center, außerdem eine Lasertag-Arena. Die Szenerien haben sie gemeinsam mit einem Produzenten entwickelt, neben der Jack-the-Ripper-Story „London Crime“ kann man die Räume „Schokoladenfabrik“ (angelehnt an „Charlie und die Schokoladenfabrik“) und „Winter is coming“ (angelehnt an die Fantasyserie „Game of Thrones“) wählen. Während es in der Schokoladenfabrik darum geht, eine geheime Rezeptur herauszuknobeln, um die stillstehenden Maschinen wieder in Gang zu bringen, muss in „Winter is coming“ die Menschheit vor dem ewigen Eis gerettet werden.

Konzept stammt aus Japan

Die Idee, das Computerspielkonzept in ein reales Rollenspiel umzuwandeln, stammt aus Japan. Seitdem hat der Trend um sich gegriffen: Immer mehr Escape Room Center eröffnen und locken die Fans mit vertrackten Storys und kniffligen Aufgaben. Ein Spiel im Escape Room Gießen dauert 55 Minuten – doch ganz alleine ist man natürlich nicht. Kommt man partout nicht weiter, kann man per rotem Buzzer um Hilfe fragen – ein Mitarbeiter des Centers sieht die ganze Spieldauer per Kamera zu. Daher gilt auch für uns: Nichts mit Gewalt bewegen und keine Spielregeln brechen – Big Brother is watching you! Die Preise richten sich danach, mit wie vielen Personen man spielt. Bis zu acht Personen können teilnehmen. Buchung unter www.escaperooms-giessen.de. Und, ach ja: Wir hatten zwar den schwersten Raum und haben zugegebenermaßen auch einige Tipps gebraucht. Dennoch: Wir haben Jack the Ripper erledigt. Eine Minute, bevor unsere Spielzeit abgelaufen ist. Verraten werden wir aber nix: Probiert doch einfach selber aus, ob ihr Jack zu fassen kriegt.


Schlagworte: Adventure Game, Escape Room, Jack the Ripper, Spiel
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