Hessischer Denkmalschutzpreis 2019 für den Alten Schlachthof in Gießen

Der Alte Schlachthof in Gießen

Dr. Wolfgang Lust wird für den respektvollen und vorbildlichen Umgang mit diesem wichtigen Industriedenkmal ausgezeichnet

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2019 überreicht. In der Rotunde des Biebricher Schlosses ehrte sie Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuelle Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht. Einer der Preisträger ist Dr. Wolfgang Lust.

Aus dem Bild des westlichen Lahnufers in Gießen ist der 1908 bis 1913 erbaute Alte Schlachthof kaum wegzudenken. Mit seinem markanten Turm und dem großen Schornstein ist er schon von weitem zu erkennen.

Als Wolfgang Lust das Industriedenkmal erwarb, lagen die Ziegelwände der Kalthalle hinter Fließen verborgen und mehrere Anbauten späterer Jahre verstellten den Blick auf den Jugendstilbau. Unter Verzicht auf mögliche Nutzflächen ließ Lust den Alten Schlachthof wieder freilegen, entfernte die Anbauten und Fliesen, öffnete die ehemalige Kalthalle für die Öffentlichkeit und restaurierte den heute funktionslosen Schornstein. Im Rahmen der aufwändigen Sanierung wurde der Schlachthof so auf seine Originalsubstanz zurückgeführt. Die Klinkerwände wurden restauriert, die Fenster erhalten oder nach historischem Vorbild nachgebaut. In vielen Bereichen konnte die alte Raumstruktur beibehalten werden. Historische Stahl-Tragkonstruktionen und die Originalausstattung zeichnen die Co-Working-Spaces und die Gastronomie in der Maschinenhalle aus. Der prägnante Schornstein wurde in mühevoller Arbeit restauriert und dient als sichtbares Erkennungszeichen der historischen Industriekultur in Gießen.

Die denkmalgerechte Sanierung des Alten Schlachthofes hat Vorbildfunktion, da sie das Gebäude wieder fest im Gießener Stadtbild verankert. Viele Aspekte der neuen Nutzung des Industriedenkmals tragen der früheren Bedeutung des Gebäudes Rechnung. Die Restaurierung des Schornsteins sowie die großflächige Beibehaltung der Raumstruktur und Originalsubstanz sind vorbildlich. Besonders hervorzuheben ist, dass dem Eigentümer die Erhaltung des Ensembles in seiner historischen Kubatur wichtiger war, als eine nach maximaler Rendite ausgerichtete Vermarktung. PM


Schlagworte: Geschichte, Kultur & Szene
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