Gießen baut

In einer Pfütze spiegelt sich die Renaissance- Fassade des rekonstruierten Zeughauses, das seit 1960 von der Justus-Liebig-Universität genutzt wird.
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Gießen zählt zu den deutschen Städten, deren Zentren im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurden. Nur das prachtvolle Jugendstil-Stadttheater und die Johanneskirche an der Südanlage sowie das neue Schloss (1540) am Brandplatz haben die Bombardierung einigermaßen unbeschadet überstanden. Der Nachkriegswiederaufbau stand unter dem Motto ‚autogerechte Stadt’, das bedeutete: ganze Hausfronten und Straßenzüge fielen weg für breitere Straßen. Anstelle von kleinteiligen Fachwerkbauten mit Hinterhöfen oder detailreichen Historismus-Fassaden entstanden schlichte, moderne Zweckbauten, auch einige Hochhäuser (Dammstraße, Ludwigsplatz). Der erste Arkadenbau am Kirchenplatz – eine Kombination aus Wohn- und Geschäftsräumen – erfüllte die Gießener 1953 mit Stolz. Hier wurde noch Maßstäblichkeit gewahrt, was auf heutige Einkaufspaläste längst nicht mehr zutrifft.

Ende der 1970er Jahre besann man sich auf das Alte, rekonstruierte historische Architektur für das Oberhessische Museum mit seinen drei Gebäuden am Brand- und Kirchenplatz (Altes Schloss, Burgmannenhäuser). Die Fertigstellung der Kongresshalle – 1966 noch bescheiden als Bürgerhaus eröffnet und als das erste seiner Art in Hessen gefeiert – sollte der „Förderung des Gemeinschaftsgefühls“ der Bürger dienen. Doch der Berliner Platz wandelt derzeit schon wieder sein Aussehen – ein Stadtbild im permanenten Wandel.

Text: Dagmar Klein


Schlagworte: Geschichte
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