Georg-Büchner-Seniorprofessur für Prof. Heiner Goebbels

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee (l.) und der künftige Inhaber der Georg-Büchner-Seniorprofessur Prof. Heiner Goebbels. Foto: Oliver Schepp

International renommierter Komponist und Theatermacher wird weitere drei Jahre an der Universität Gießen tätig sein

Expertise auch beim Neubau des „Theaterlabors“ gefragt

Der international renommierte und vielfach ausgezeichnete Gießener Komponist und Theatermacher Prof. Dr. h.c. Heiner Goebbels vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) tritt zum 1. April 2018 die Georg-Büchner-Seniorprofessur an der JLU an. Die Übertragung der am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) angesiedelten Seniorprofessur erfolgt zunächst für drei Jahre.

Prof. Goebbels wird das Lehrangebot der JLU um szenische Projekte und Vorträge bereichern und den Studierenden seine künstlerischen Netzwerke und Kontakte zur Verfügung stellen.
Zudem wird er seine Expertise bei der Umsetzung des Lehr- und Forschungsneubaus Theaterwissenschaft einbringen. Dieses „Theaterlabor“ entsteht derzeit im Campusbereich Universitätszentrum. Der Neubau, der die Angewandte Theaterwissenschaft ins Herz der Universitätsstadt bringt, wird im Rahmen des HEUREKA-Programmes des Landes Hessen realisiert. Nicht zuletzt erfolgte die Übertragung der Seniorprofessur auch aufgrund der großen öffentlichen Wahrnehmung von Goebbels in seinem Fachgebiet. So sollen auch öffentliche Auftritte im In- und Ausland sowie künstlerische Vorhaben Goebbels‘ in Bezug zur
Georg-Büchner-Seniorprofessur gesetzt werden.


Prof. Heiner Goebbels

Heiner Goebbels, im Jahr 1952 in Neustadt an der Weinstraße geboren, gehört zu den bedeutendsten Experten der gegenwärtigen Musik- und Theaterszene. Seine multimedialen Konzepte sprengen sowohl den tradierten Rahmen der Konzertmusik als auch den des herkömmlichen Theaters. Er setzt Raum und Licht, Wort und Bewegung ebenso virtuos ein wie Instrumente und Stimmen, erfundenes oder gefundenes Material, um damit seine musiktheatralischen Konzepte zu realisieren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Surrogate Cities“, „Schwarz auf Weiß“, „Max Black“, „Eraritjaritjaka“, „Stifters Dinge“, „Songs Of Wars I Have Seen“ und „I Went To The House But Did Not Enter“. Seit dem Jahr 1999 ist Goebbels Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU, im April beginnt – theoretisch – sein Ruhestand. Schwerpunkte seiner Arbeit waren der Ausbau der künstlerischen Praxis, die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten sowie die Einführung einer künstlerischen Abschlussprüfung. Auch an der Gründung der Hessischen Theaterakademie, des Frankfurt LAB und anderer Netzwerke, die der Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Theater und Musiktheater zugute kommen, war er wesentlich beteiligt.
Goebbels leitete von 2006 bis 2018 die Hessische Theaterakademie als Präsident. Von 2012 bis 2014 war er künstlerischer Leiter des internationalen Kunstfestivals Ruhrtriennale. In diesem Rahmen inszenierte er die selten aufgeführten Opern „Europeras 1 & 2“ von John Cage (2012), „Delusion of the Fury“ von Harry Partch (2013) und „De Materie“ von Louis Andriessen (2014).

Im Stadttheater Gießen wird er Anfang Mai das szenische Konzert „mit einem Namen aus einem alten Buch“ auf die Bühne bringen, in der Kunsthalle Gießen wird ab Anfang Juni seine multimediale Installation „Landschaftsstücke/Landscape Plays“ zu sehen und zu hören sein. Für seine künstlerische Arbeit wurde Heiner Goebbels vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten International Ibsen Award 2012 und dem „Franco Quadri Preis“, dem „Oscar“ der italienischen Theaterszene, der ihm im Jahr 2015 für sein Lebenswerk verliehen wurde. Auch seine Lehre ist preisgekrönt: Goebbels erhielt im Jahr 2011 den Hessischen Hochschulpreis Exzellenz in der Lehre in der Kategorie „Einzelperson“.


Das JLU-Präsidium kann im Einzelfall renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Ruhestand oder nach ihrer Entpflichtung die Bezeichnung
Seniorprofessorin oder Seniorprofessor übertragen. Damit geht die Erwartung einher, dass sie die wissenschaftliche Aktivität der JLU erkennbar fördern, gesamtinstitutionelle Interessen der JLU wahrnehmen und auf diese Weise die öffentliche Sichtbarkeit der JLU erhöhen.

Mit der Georg-Büchner-Seniorprofessur erinnert die JLU an ihren berühmtesten Studenten, den Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner. Zwei Semester lang war Georg Büchner in den Jahren 1833/1834 an der Universität in Gießen immatrikuliert. Hier gründete er die „Gesellschaft der Menschenrechte“ und schrieb den „Hessischen Landboten“. Auch Büchner trug mit seinen Dramen „Dantons Tod“ und „Woyzeck“ maßgeblich zur Entwicklung des Theaters bei.
Weitere Informationen: https://www.inst.uni-giessen.de/theater/de/mitarbeiter_innen/heiner-goebbels | www.heinergoebbels.com

PM


Schlagworte: Hochschule, JLU, Kultur & Szene, Stadttheater, Universität, Wissenschaft
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