Gästeführer*innen im Homeoffice - Röntgenjahr 2020

Röntgens Zeit in Gießen 1879 bis 1888

von Gästeführerin Dagmar Klein

Das Röntgen-Denkmal im Theaterpark erinnert daran, dass der berühmte Naturwissenschaftler auch in Gießen wirkte. Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) lehrte Physik an der hiesigen Universität, in den Jahren 1879 bis 1888. Seine Entdeckung der X-Strahlen machte er 1895 in Würzburg. Dafür erhielt er zahlreiche Ehrungen, 1901 auch den ersten Nobelpreis für Physik. Beigesetzt wurde er auf dem Alten Friedhof in Gießen in der Familiengrabstätte, die er 1880 nach dem Tod seiner Mutter erworben hatte.

Das Röntgen-Denkmal im Theaterpark wurde erst 1962 errichtet, während das Denkmal für Gießens anderen berühmten Naturwissenschaftler, den Chemie-Professor Justus Liebig, schon 1890 entstand. Beide Denkmäler sind der Initiative von Bürgern zu verdanken. Beide wurden von Bildhauern geschaffen, die in ihrer Zeit bekannt und geschätzt waren. Das Liebig-Denkmal stammt von Fritz Schaper (1841-1919) und das Röntgen-Denkmal von Erich F. Reuter (1911-1997).

Die 70 Jahre dazwischen machen einen großen Unterschied in der Auffassung von Kunst und Denkmal. Während das (ursprünglich) lebensgroße, figürliche Denkmal für Liebig in der wilhelminischen Zeit entstand, als Personen- und Geniekult üblich waren, entstand das Röntgen-Denkmal in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als man aufgrund der Erfahrung mit dem nationalsozialistischen Kunstdiktat, zumindest in Westdeutschland, Personenverehrung und figürliche Darstellung vermied. Daher schuf der Bildhauer ein Denkmal in abstrahierter Form, vor allem aber eines, mit dem die Entdeckung gewürdigt und nicht die Person glorifiziert wird.

Neben dem Denkmal und dem Grab gibt es weitere Orte in Gießen, die einen Bezug zu Röntgen haben. Diese werden auf dem gut 2-stündigen Spaziergang „Wilhelm Conrad Röntgen – Die Jahre in Gießen 1879 – 1888“ vorgestellt.

 

Die Jubiläen im Überblick:

27.03.1845 – Geburt Röntgens (vor 175 Jahren)

8.11.1895 – Entdeckung der X-Strahlen (vor 125 Jahren)

 

Dagmar Klein studierte Soziologie und Kunstgeschichte. Sie gehört zur Stadtführungs-Crew seit den Anfängen 1990/91. Seither hat sie zu vielen Themen (Frauen- u. Jüdische Geschichte, Kunst-Denkmäler) und Orten (Friedhöfe und Schiffenberg), auch zu einzelnen Personen, geforscht und publiziert.


Schlagworte: Gästeführer im Homeoffice, Röntgen
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