Französischer Künstler Xavier Le Roy wird Professor der Justus- Liebig-Universität Gießen (JLU)

Prof. Dr. Xavier Le Roy, Professor für Angewandte Theaterwissenschaft mit dem Schwerpunkt Praxis performativer Künste an der JLU. Foto: Emma Picq

Choreograph und Performance-Künstler tritt Nachfolge von Prof. Heiner Goebbels am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an

Der französische Choreograph und Performance-Künstler Xavier Le Roy tritt in diesen Tagen die Nachfolge von Prof. Heiner Goebbels am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) an; seit Anfang Mai ist er W3-Professor für Angewandte Theaterwissenschaft mit dem Schwerpunkt Praxis performativer Künste. Prof. Dr. Le Roy verfügt über langjährige und breite Erfahrungen in der Lehre und kennt die JLU aus zwei Gastprofessuren in den Jahren 2004 und 2011. Konzeptuelle Strenge, diskursiver Forschergeist und hintergründiger Humor zeichnen seine Stücke aus. Le Roys Vorgänger Heiner Goebbels bleibt der JLU als Georg-Büchner-Seniorprofessor erhalten.

Le Roy promovierte an der Universität Montpellier in Molekularbiologie und arbeitet seit 1991 als Künstler zwischen Theater, Choreografie und bildender Kunst. Darüber hinaus war er Direktor des Programms „ex.er.ce“ am C.C.N.Montpellier (2007, 2008), Valeska-Gert-Gastprofessor für Tanz und Performance am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin (2009, 2014) und organisierte zahlreiche Workshops im Rahmen von Hochschulen und Festivals (seit 2004).
Als Künstler gelang ihm der internationale Durchbruch mit seinem Solo „Self Unfinished“ (1998), das seither weltweit zu sehen war. Le Roy arbeitete als Performer, Choreograf und Dozent in unterschiedlichsten Orten und Zusammenhängen: So war er unter anderem von 1996 bis 2003 Artist in Residence im Podewil in Berlin, 2007/08 Associated Artist am Centre Chorégraphique National in Montpellier, 2010 Artist in Residence Fellow am MIT Program in Art Culture and Technology (Cambridge, MA) und von 2013 bis 2015 am Théâtre de la Cité Universitaire Internationale in Paris. Mit „Product of Circumstances“ (1999), „Giszelle“ (2001), „Le sacre du printemps“ (2007) oder „low pieces“ (2011) prägte er eine eigenwillige Bühnensprache, die in der in der Theater- und Tanzwissenschaft für großes Aufsehen und für langanhaltende Diskussionen sorgte.

Neben dem choreografischen Bereich beschäftigt er sich mit anderen Formen wie dem Musiktheater, zum Beispiel in „Das Theater der Wiederholung“ (2003) und in „Movements für Lachenmann“ (2005), bzw. auch mit anderen Situationen wie Ausstellungen, in „Rétrospective“ (2012) und „Temporary Title, 2015“, und mit dem öffentlichen Raum, in „Our Guided Tour“ (2013). In Deutschland war er zuletzt mit zwei großen Arbeiten zu sehen, der gemeinsam mit dem Issho Ni Ensemble und dem Ensemble Modern für das LAB Frankfurt entwickelten Inszenierung „Haben Sie ‚modern’ gesagt?“ (2017) und mit einem Auftragswerk für die Skultpur Projekte Münster, „Still Untitled“ (2017), das er gemeinsam mit Scarlet Yu erarbeitete.


Schlagworte: Kultur & Szene, Theater, Universität
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