Existenzgründer in Gießen: Die Biolution GbR

Betreten zusammen die "Todeszone Lahn" - Anne Spitzner (links) und Julia Bäuml von der "Biolution" GbR mit Sitz auf dem zukünftigen Lernbauernhof in der "Belzgass" in Launsbach.
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Immer im Zeichen der Umweltbildung: Julia Bäuml und Anne Spitzner

Alles begann mit ein paar Urzeittieren. 2012 präsentierte die Gießen Marketing GmbH als Nachfolgeausstellung der großen Dino-Ausstellung „Giganten der Urzeit“ 2010 die begehbare Museumsshow „Urzeit in Gießen entdecken“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Julia Bäuml und Anne Spitzner arbeiteten damals im Team vom verantwortlichen Professor Hans-Peter Ziemeck an der Ausrichtung der Ausstellung mit. Mittlerweile haben sie nicht nur ihren Abschluss in Biologie in der Tasche, sondern sich mit der „Biolution GbR“ auch selbstständig gemacht.

Gegründet wurde das Unternehmen im Nebenerwerb bereits 2012 zur Urzeitausstellung. Der Hintergrund: Die Galerie Neustädter Tor richtete damals eine Seitenausstellung zu „Giganten der Urzeit“ aus, was nicht über die Universität abgerechnet werden konnte – die „Biolution GbR“ war geboren. Spitzner und Bäuml übernahmen bei dieser Teilausstellung die Regie. Seitdem haben sie zahlreiche Projekte im Bereich der Umweltbildung und -kommunikation abgewickelt. Seit dem 1. Januar 2016 ist die „Biolution“ GbR der Haupterwerb der Beiden. „Es hat sich immer mehr ergeben, ein Projekt folgte auf das nächste“, berichten die Biologinnen, „für den Nabu haben wir auch schon Kartierungen von verschiedenen Waldstücken gemacht“.

Wiederbelebung der „Belzgass“ als Lernbauernhof

So sei immer klarer geworden, dass sie gerne frei arbeiten würden. Außerdem: In der Biologie einen Job in Anstellung zu finden, sei ohnehin gar nicht so leicht. Die beiden Freiberuflerinnen Spitzner und Bäuml kuratieren nun also Ausstellungen, betreuen Projekte und AGs in verschiedenen Schulen und Kindergärten, richten Ferienspielangebote für Gemeinden aus. Einer der Auftraggeber ist die Gemeinde Wettenberg; ihr Büro haben die beiden in der Kirchstraße 10 in Launsbach, die im Ortsmund als „Belzgass“ bekannt ist. Der alte Hof, der zuletzt als Heimatmuseum genutzt wurde, wird derzeit zum Lernbauernhof umgewandelt. Federführend ist hier der Naturschutzbund Wettenberg, mit dem die beiden Biologinnen seit Jahren eng zusammenarbeiten. Gemeinsam hat man schon das Projekt „Rund um den Apfel“, das den Lebensraum Streuobstwiese im Wandel der Jahreszeiten zeigt, realisiert. Die Trägerschaft der „Belzgass“ hat der Nabu, aber natürlich arbeiten Spitzner und Bäuml hier auch als Dienstleister zu. In den Sommerferien soll das erste Ferienspiel-Projekt auf dem Hof laufen, „bis dann müssen die Kaninchen da sein“. Die „Belzgass“ soll über Drittmittel finanziert werden, verschiedene Förderanträge laufen bereits. Außerdem werden über die Plattform www.betterplace.org  Spenden gesammelt. Zum Ende des Jahres sollen dann auch noch Gänse in der „Belzgass“ einziehen, später noch Schafe. Neben den Tieren gibt es einen Lehrgarten, in dem bereits jetzt Kindergarten- und Schulgruppen arbeiten können.

Lahnfenster Hessen & der „LeseFluss“

Doch „Biolution“ betreut nicht nur die „Belzgass“ – auch das Lahnfenster Hessen des Regierungspräsidiums Gießen an der Klinkelschen Mühle in Gießen gehört schon seit längerem zu den Projekten. Für die Sonderöffnungszeiten anlässlich der Landesgartenschau 2014 wurde dort zusätzliches Personal gebraucht, das Besuchern die Unterwasserwelt der Lahn fachkundig erklären konnte – Spitzner und Bäuml bekamen den Zuschlag und übernahmen die Schulungen. Doch dabei sollte es nicht bleiben: 2016 riefen die beiden Macherinnen die Veranstaltungsreihe „LeseFluss“ ins Leben – eine Reihe von Autorenlesungen im Lahnfenster. Im Zuge dieser Reihe gab es auch einen Abend mit Gruselgeschichten von der Lahn, bei dem neben Anne Spitzner, die schon lange selbst Krimis schreibt, heimische Autoren wie Klaus Frahm oder Meike Spanner lasen.

„Todeszone Lahn“

Jene Geschichten haben Spitzner und Bäuml nun in dem Band „Todeszone Lahn“ als Anthologie herausgegeben. Präsentiert wird das Buch am Dienstag, 4. April, um 14 Uhr, im Lahnfenster Hessen. Der nächste Termin der Reihe „LeseFluss“ ist dann am Samstag, 29. April, um 19 Uhr. Unter dem Titel „Gießen blüht, die Lahn fließt“ präsentieren dann die Gießener Stadt- und Landautoren ihr Repertoire. Weitere Termine am 1. Juli und 24. September. Karten für Lesungen gibt es im Vorverkauf direkt im Lahnfenster sowie unter lesefluss@biolution-gbr.de.


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