Premiere am Gießener Stadttheater - TYLL

Foto: Rolf K. Wegst Nutzungsrechte beim Urheber
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Datum/Zeit
31.08.2019
19:30

Stadttheater Gießen - Großes Haus
Südanlage 1
35390 Gießen


TYLL eröffnet die Theatersaison im Großen Haus

Schauspiel nach dem Roman von Daniel Kehlmann | in einer Fassung für das Stadttheater von Mario Portmann

Eine Geschichte von Schalk und Größenwahn – und die berührende Lebensgeschichte von einem, der beschlossen hat, nie zu sterben: In seinem gefeierten Bestseller TYLL erfindet Daniel Kehlmann den Till-Eulenspiegel-Mythos neu und versetzt die Geschichte des anarchischen Narren in das vom Dreißigjährigen Krieg verwüstete Deutschland. Am 31. August hat die Schauspiel-Adaption Premiere am Stadttheater Gießen.

Kehlmann beschreibt eindringlich was passiert, wenn Polit-Clowns aus Langeweile, Machtgier und Dummheit leichtfertig eine europäische Staatenordnung aufs Spiel setzen. Der Text zur Stunde? Denn merke: „Wenn Narren regieren, kommt der Krieg. Wenn der Krieg kommt, regieren die Narren.“

Regisseur Mario Portmann erzählt die Geschichte des einzigen freien Menschen in einer rigiden, tödlichen Welt zwischen Glaube und Aberglaube, Magie und Vernunft. Neben einigen von Tylls entlarvenden Streichen tritt das Panorama einer ganzen Epoche und ihrer Schlüsselfiguren zutage, in der ein Narr kommen muss, um dem Unwesen der Zeit den Spiegel vorzuhalten.

Das Bühnenbild von Jochen Diederichs setzt auf die physische Stärke des theatereigenen Bühnenraums und deren Mechanik. Die Welt als Bühne für das Spiel der Mächtigen findet so ihre Entsprechung durch die reale Theatermaschinerie, wodurch sehr körperliche, starke Bilder entstehen. Sie erinnern daran, dass auch die Kriegsmaschinerie ohne Unterlass läuft, mal im Hintergrund grummelnd, mal in den Vordergrund reinkrachend. Aber auch daran, dass TYLL nicht zuletzt ein Stück über das Theater und die Liebe zum Theater ist. Weitere Räume eröffnet die Musik von Johannes Kühn, der der Sound des sich ewig selbst ernährenden Krieges in Klänge gefasst hat. Im Kontrast zu der bildnerischen Härte stehen die opulenten Barock-Kostüme, die Katharina Sendfeld als ATW-Masterarbeit entworfen hat und die spielerisch leichte Körperarbeit von Choreograph Tiago Manquinho.

David Moorbrach spielt Tyll, der zum Narren wird, weil er keinen Platz findet in der Welt, Esra Schreier seine Gefährtin Nele. In einer Vielzahl weiterer Rollen sind Roman Kurtz, Anne-Elise Minetti, Magnus Pflüger, Carolin Weber und Tom Wild zu sehen.

Weitere Vorstellungen: 19.09.2019, 05.10.2019, 25.10.2019, 10.11.2019, 05.12.2019, 22.12.2019, 09.01.2020

Inszenierung: Mario Portmann | Bühne: Jochen Diederichs | Kostüme: Katharina Sendfeld (ATW-Masterarbeit) | Musik: Johannes Kühn | Choreographie: Tiago Manquinho | Dramaturgie: Harald Wolff

Es spielen:

David Moorbach: Tyll

Esra Schreier: Nele/Martha

Magnus Pflüger: König Friedrich/Wolkenstein/Wesenbeck/Sepp/Gaukler/Matthias/Marodeur/Dorfbewohner

Anne-Elise Minetti: Königin Elizabeth/Magd/Herrin der Lüfte/Konrad/Esel/Herold/Gaukler/Marodeur

Tom Wild: Claus/Olearius/Lamberg/Salvius/Jakob I./Koch/Karl

Carolin Weber: Agneta/Erzählerin/Abt/Zofe/Gaukler/Esel

Roman Kurtz: Gustav Adolf/Tesimond/Kircher/Pirmin/Oxenstierna/Korff/Marodeur/Origenes/Dorfbewohner

Kartenvorverkauf: Haus der Karten


Biografische Informationen:

Mario Portmann (Inszenierung): studierte Theaterregie an der Schauspiel-Akademie Zürich. 1992/1993 assistierte er der Leitung des Theaterhause Jena und übernahm einen Lehrauftrag für theatralische Spielformen an der Universität Jena. Von 1997 bis 2000 war er am Theater Altenburg-Gera als Theaterpädagoge und Schauspielregisseur engagiert. Seit 2001 inszenierte er dann als freischaffender Schauspiel- und Musiktheaterregisseur an Theatern in Aalen, Eisenach, Nordhausen, Baden-Baden, Bern, Konstanz, Tübingen, Erlangen, Braunschweig, Berlin und Bremen. Von 2011 bis 2014 war er Oberspielleiter am Theater Konstanz. Inszenierungen von ihm wurden zu Festivals eingeladen und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ikarus – Berliner Kinder- und Jugendtheaterpreis 2007, dem Bensheimer Theaterpreis für junge Schauspieler 2010 und dem dritten Platz beim Nachtkritik-Theatertreffen 2014.

Jochen Diederichs (Bühne): wurde in Karlsruhe geboren. Bereits während des Studiums der Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft schrieb er regelmäßig Kritiken für das Feuilleton des Bonner GENERAL-ANZEIGERS und war Korrespondent für das österreichische Theatermagazin BÜHNE (Wien). 1987 wechselte er die Seiten und ging als Regieassistent und Abendspielleiter ans Theater Bielefeld, wo er mit John Dew, Keith Warner, Jörg Fallheier und anderen zusammen arbeitete. Nach ersten eigenen Regiearbeiten wendete sich Jochen Diederichs mehr dem Bereich Bühnenbild zu und wurde Meisterschüler von Ausstatter und Regisseur Gottfried Pilz. In seinem Team wirkte er an Produktionen für die Salzburger Festspiele, Münchner Biennale, Oper Leipzig, Mariinsky Theater St. Petersburg, Staatsoper München und Los Angeles Opera mit. Inzwischen hat Jochen Diederichs als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner mehr als siebzig Opern- und Schauspielproduktionen ausgestattet und arbeitete dabei mit Martin Nimz, Wolfram Mehring, Jörg Fallheier, Josef Köpplinger, Hajo Fouquet, Johannes Zametzer, Roberto Goldschlager, Christoph Nix, Mario Portmann, Michael Bleiziffer u.a. zusammen. Gastverträge führten ihn an die Theater in Regensburg, Bielefeld, Bruxelles, Meiningen, Baden Baden, Konstanz, Erlangen, Münster u.a. 2004 erhielt er mit dem Ensemble der Produktion MEIN KAMPF (George Tabori) den Preis für die „herausragende Gesamtleistung“ bei den Bayerischen Theatertagen in Regensburg. 2005 wurde Aischylos‘ ORESTIE bei den Bayerischen Theatertagen in Bamberg mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. 2015 belegte die Erlangener Produktion DANTONS TOD (Georg Büchner) den 3. Platz beim „virtuellen nachtkritik-Theatertreffen“. Seit 2019 ist Jochen Diederichs Mitglied im neuen Leitungsteam der RathausOper Konstanz.

Katharina Sendfeld (Kostüme): geboren und aufgewachsen in Berlin, war zunächst als Regieassistentin und Souffleuse, u.a in Stücken von Frank Castorf und René Pollesch, an der Volksbühne Berlin tätig. Seit 2010 studiert sie am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, arbeitet seitdem als freie Kostümbildnerin an eigenen Projekten in der freien Szene und im studentischen Rahmen. Am Stadttheater Gießen zeichnete sie 2015 für die Kostüme von LANGER ATEM des Theaterkollektivs FUX verantwortlich, 2016 für KRONOS & KAIROS. In der Spielzeit 2016/17 folgten die Kostümbilder für O WAND und DER BLONDE ECKBERT.

Tiago Manquinho (Choreographie): stammt aus Portugal und absolvierte seine Ausbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz in Lissabon. Es folgten zahlreiche Engagements – unter anderem an der Semperoper Dresden und Theater Bielefeld. Parallel zeigte er regelmäßig eigene Choreografien. Von 2015 bis 2017 war Tiago Manquinho als Tänzer und Hauschoreograf am Staatstheater Braunschweig engagiert. Im Mai 2016 brachte er in Braunschweig sein Stück AM SECHSTEN TAG … zur Uraufführung, es folgte der Tanzabend NICE TO MEET YOU?. Seit Ende der Spielzeit 2017/18 arbeitet er als freischaffender Choreograf und choreografierte unter anderem als Gast am Staatstheater Braunschweig das Community Tanzprojekt TANZWÄRTS: ICH & ICH & ICH (Dez. 2017) und für die Tanzcompagnie Gießen CLOSE_INSIGHT (Mai 2018). Seit 2014 ist er Lehrbeauftragter für Tanz (Contact-Improvisation) an der Universität Bielefeld (Fakultät Sportwissenschaft). Zudem ist er Gast-Trainingsleiter unter anderem am Stadttheater Gießen.


Schlagworte: Bühne, Stadttheater, Theater
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