Premiere - ROMEO UND JULIA

Stadttheater Gießen - Großes Haus
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Datum/Zeit
17.11.2018
19:30

Stadttheater Gießen - Großes Haus
Berliner Platz
35390 Gießen


Große Gefühle im Stadttheater

ROMEO UND JULIA – Tragödie von William Shakespeare

Ein Sommer in Verona, zwei verfeindete Familien und die unsterbliche Liebe: ROMEO UND JULIA sind das berühmteste Liebespaar der Welt. Die Tragödie von William Shakespeare hat am 17. November 2018 um 19.30 Uhr Premiere am Stadttheater Gießen.

Es sind aufgeheizte Zeiten und der Hass entlädt sich in Kämpfen auf offener Straße: Frauen gegen Männer, Einheimische gegen Fremde, Capulets gegen Montagues. Aber als Julia (Esra Schreier) auf Romeo (Magnus Pflüger) trifft, bricht die Liebe in beider Leben ein und ändert alles. In ihrem Traum vom Glück können sie sich der Wirklichkeit einen Moment lang entziehen. Beichtvater Lorenzo will die Liebenden zusammenführen und gleichzeitig die Feindschaft ihrer Familien beenden – mit einem riskanten Plan, der tragisch zu scheitern droht…

Katrin Hentschel, die zum ersten Mal in Gießen tätig ist, rückt mit ihrer Inszenierung die Figur der Julia in den Fokus und lenkt, indem sie die Familie Capulet mit Frauen und die der Montagues mit Männern besetzt, den Blick auch auf Hass und Gewalt zwischen den Geschlechtern. In der Übersetzung von Thomas Brasch kommt der Klassiker in einer sehr heutigen und zupackenden Sprache auf die Bühne, die auch die Derbheiten des Originals treffend wiedergibt. Die Gießener Textfassung integriert zudem einen Ausschnitt aus Shakespeares erst 2016 veröffentlichtem Text „Die Fremden“, der von einer Gruppe Gießener BürgerInnen gesprochen wird. Dieser kurze Text wirkt auch nach 400 Jahren so aktuell, als habe der Renaissance-Dichter ihn vor dem Hintergrund der sogenannten Flüchtlingskrise geschrieben.

Das Bühnenbild lässt ganz im Shakespeare’schen Sinn Raum für Assoziationen und surreal-romantische Bilder. Jósef Halldórsson hat dafür zwei prägende Elemente geschaffen: Eine kokonartige Konstruktion als eine Art Traumblase der Liebenden sowie einen Baum als Sphäre des Bruder Lorenzo. Die expressiven Kostüme von Michaela Barth verbinden starke Farben mit abstrakten Formen. Atmosphärisch untermalt wird die Produktion durch die elektronisch-minimalistische Bühnenmusik von Thomas Seher, die zwischen Kunstmusik und Pop angesiedelt ist, darunter auch ein Song für Julia.

Weitere Vorstellungen: 30. November, 07., 27. Dezember 2018; 06., 27. Januar, 14. Februar, 15., 30. März 2019 | jeweils um 19.30 Uhr

Inszenierung: Katrin Hentschel | Bühne: Jósef Halldórsson | Kostüme: Michaela Barth | Musik: Thomas Seher | Dramaturgie: Carola Schiefke

Mit:

Magnus Pflüger (Romeo), Esra Schreier (Julia), Paula Schrötter (Amme / Tybalt), Carolin Weber (Capulet / Apotheker), Roman Kurtz (Montague / Bruder Lorenzo), Stephan Hirschpointner (Mercutio / Paris), Pascal Thomas (Benvolio / Balthasar / Bruder John)

Kartenvorverkauf: Haus der Karten


Biografische Informationen der Gäste

Katrin Hentschel (Inszenierung) studierte Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Dort gründete sie im Anschluss die freie Theatergruppe HAMLETbüro. Von 1997 bis 2001 arbeitete sie als Regisseurin und Autorin bei der Berliner Filmproduktionsfirma „zero film“. Am Theater Freiburg war sie von 2006 bis 2011 als freie Regisseurin und Dramaturgin tätig, realisierte dort u.a. ein Projekt über die Frauen der RAF (TERRORISTINNEN – BAGDAD 77) und KÄTHCHEN, MEIN MÄDCHEN nach Kleist mit Puppen und Schauspielern. Von 2014 bis 2017 war Katrin Hentschel Oberspielleiterin und stellvertretende Intendantin des Theaters an der Parkaue / Junges Staatstheater Berlin. In der letzten Spielzeit inszenierte sie am Theater Neumarkt in Zürich die Schweizer Erstaufführung von UNTERWERFUNG von Michel Houellebecq und ein Projekt mit SchülerInnen (SCHOOLS OF NORMAL 2). In der Spielzeit 2018/19 ist Katrin Hentschel zum ersten Mal am Stadttheater Gießen tätig.

Jósef Halldórsson (Bühne) wurde im isländischen Reykjavík geboren. Er studierte Architektur an der TU Berlin und arbeitete anschließend sowohl als Architekt als auch als Bühnen- und Kostümbildner. Seit 2008 ist er auch als Ausstatter an deutschen Theatern tätig. Für Thorleifur Örn Arnarsson übernahm er die Ausstattung für die Inszenierungen GEGEN DIE WAND und CLOCKWORK ORANGE, beide am Schweriner Staatstheater, am Ltt Tübingen für MEISTER UND MARGARITA und am Theater St. Gallen die Ausstattung für OTHELLO zusammen mit Anna Rún Tryggvadóttir. Am Stadttheater Konstanz gestaltete er Bühnenbilder und Kostüme für MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER und KÖNIG LEAR. Sein Bühnenbild für MUTTER COURAGE wurde 2011 auf dem internationalen Theaterfestival in Erbil (Irak) ausgezeichnet. Anfang 2012 entwarf Jósef Halldórsson die Ausstattung für LONG DAY‘S JOURNEY am Nationaltheater in Island in der Regie von Thorhildur Thorleifsdóttir, das Bühnenbild für DIENER ZWEIER HERREN am National Theater Island 2012 sowie das Bühnenbild für Puccinis Oper LA BOHÈME am Augsburger Stadttheater, inszeniert von Thorleifur Arnarsson im Januar 2013.

Michaela Barth (Kostüme), geboren in München, aufgewachsen in Algerien, Saudi Arabien und im Bergischen Land, machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Damenschneiderin und zog schließlich für das Studium an der UdK nach Berlin, wo sie seither lebt. Ab 1994 arbeitete sie als Kostümassistentin von Herbert Murauer, Philipp Stölzl, Marcel Keller, Elisabeth Rauner und Wilhelmine Bauer sowie in festem Engagement am Schauspiel Stuttgart. In Berlin betreute sie über viele Jahre Produktionen des Obdachlosentheaters Ratten 07 sowie des Gefangenentheaters Aufbruch in der JVA Tegel. Seit 2000 arbeitet sie regelmäßig mit Michael Thalheimer zusammen, zuletzt bei dessen Inszenierung von Ibsens PEER GYNT am Dramaten Theater in Stockholm. 2007 kreierte sie bei den Bayreuther Festspielen das Kostümbild für Katharina Wagners DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG. Darüber hinaus entwarf sie unter anderem Kostüme für die Regisseure Hans Neuenfels, Christof Loy, Armin Petras, Enrico Lübbe, Holk Freytag, Karoline Gruber, Johannes Schütz, David Hermann und Andres Veiel. Aktuell bereitet sie ARIADNE AUF NAXOS für die Semperoper in Dresden vor sowie MACBETH für die Oper Vlaanderen in Antwerpen. Mit Regisseurin Katrin Hentschel verbindet sie eine lange Zusammenarbeit; zuletzt hat sie am Theater an der Parkaue die Ausstattung für die Produktion DIE WEIHNACHTSGANS AUGUSTE übernommen.

Thomas Seher (Musik) ist Komponist, Produzent und lebt in Berlin und Zürich. Als Theaterkomponist schafft er auf der Bühne den Sound für starke, urmenschliche Gefühle. So pendeln seine mal atmosphärischen, mal dramatischen Kompositionen zwischen Kunstmusik und Pop. Seit 2018 veröffentlicht er regelmäßig Musik aus seiner Theaterarbeit im Internet. Daneben komponiert Thomas Seher Soundtracks für Kurzfilme, Dokumentationen und Werbung. 2006 publizierte er ein Buch über die Funktionen von Filmmusik. Sein Talent für komplexe Arrangements ist beim Produzieren von Songs, Electro-Tracks und in Auftragskompositionen gefragt, unter anderem für die Berliner Philharmoniker. Außerdem beschäftigt sich Thomas Seher mit Digitaler Kunst. Als Gründer des Künstlerkollektivs „Catch a Falling Knife Collective“ entwickelt er grenzüberschreitende Kunst-Projekte, bei denen etwa Aktienkurse akustisch und visuell verarbeitet werden. Thomas Seher hat Kulturwissenschaften und ästhetischer Praxis mit Schwerpunkt Musik (Klavier, Saxophon, Gitarre) in Hildesheim studiert. Er gewann den 1.Platz beim Kompositionswettbewerb der Lotto-Stiftung 1999 und den 3. Platz der Fete de la Musique 1999.


Schlagworte: Bühne, Stadttheater, Theater
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