Monachopornomachia

Katharina von Bora

Datum/Zeit
23.06.2017
19:30

Botanischer Garten
Sonnenstraße
Gießen


Sommerinszenierung der Germanistik-Theatergruppe

Ein außerordentliches Zeugnis der Streitkultur und der gelehrten Polemik des 16. Jahrhunderts, in der Luther mitspielte und deren Ziel er selbst auch oft war, stellt die lateinische Komödie Monachopornomachia (»Mönchshurenkrieg«) des Simon Lemnius dar, die ohne Datum (wohl 1539) und ohne Orts- oder Druckerangabe veröffentlicht wurde.

Der aus Chur stammende Lemnius hatte in Ingolstadt und Wittenberg studiert und 1538 eine Gedichtsammlung publiziert, die er Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz, einem von Humanisten wertgeschätzten Mäzen, aber Kritiker der Reformation, widmete. Luther sah in den Gedichten verschiedene Persönlichkeiten seines Umkreises diffamiert und klagte Lemnius gegenüber der Universität an. Der Streit spitzte sich so weit zu, dass Lemnius schließlich der Universität verwiesen wurde, nach Chur floh und als Rache die Monachopornomachia veröffentlichte.

Diese Komödie, die das Genre der Moralität mit dem des Fastnachtspiels kombiniert, wird von der Theatergruppe des Instituts für Germanistik aufgeführt. Die Diffamierung politischer und religionspolitischer Gegner auf dem Feld der Moralität war im 16. Jahrhundert – ähnlich wie heute – eine ebenso wirkmächtige wie verzweifelte Waffe im publizistischen Streit.

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

Kartenvorverkauf: Tourist-Information

In Kooperation mit dem Institut für Germanistik.


Schlagworte: Bühne, Literarisches Zentrum Gießen, Theater
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