Premiere - JOHNNY BREITWIESER (DE)

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Datum/Zeit
01.09.2018
19:30

Stadttheater Gießen - Großes Haus
Berliner Platz
35390 Gießen


Aufstieg und Fall eines Volkshelden

JOHNNY BREITWIESER (DE) – Eine Verbrecherballade von Thomas Arzt | Musik von Jherek Bischoff

Eine rasante Verbrecher-Vita als räudiges Musical, mit Streichern und Percussion – live gespielt – nach einem realen Fall: Das Stadttheater Gießen zeigt zur Eröffnung der Schauspielsaison im Großen Haus die Deutsche Erstaufführung von JOHNNY BREITWIESER. Der erste Vorhang hebt sich für den legendären „Robin Hood der Wiener Vorstadt“ am 01. September.

Zu seiner Beerdigung kamen 40.000 Wiener und feierten ihn als Volkshelden: Johnny Breitwieser bestiehlt zur Zeit des Ersten Weltkrieges Banken und Versicherungen und füttert die Hungernden durch. Er verfällt der reichen Greta, aber auch Anna hat es ihm angetan, der er ein besseres Leben bieten möchte. Die beiden wähnen sich im Glück, doch die Polizei ist den beiden dicht auf den Fersen… Liest sich schon die reale Biographie des Wiener Vorstadt-Ganoven wie ein atemloses Schelmenstück, wird sie in der Musik des kalifornischen Pop-Komponisten Jherek Bischoff zu einer zutiefst rührenden Show. Das Stück des erfolgreichen österreichischen Jungdramatikers Thomas Arzt wird als neuer Stern am Theaterhimmel gefeiert: Mit Brecht’scher Knappheit und ebensolcher Fülle.

Der aus Marburg stammende Regisseur Malte Lachmann kehrt nach Stationen an der Semperoper Dresden oder dem Thalia Theater Hamburg zum vierten Mal ans Stadttheater zurück. In JOHNNY BREITWIESER untersucht er, was mit einer Gesellschaft passiert, der der bürgerliche Alltag wegbricht. Wie gehen Menschen mit Krisensituationen um und wie überleben sie in prekären Zeiten? Die Bühnenästhetik von Udo Herbster erzählt ein vergessenes Kapitel Fin de Siècle in der düsteren Atmosphäre des Film Noir, verortet das Stück in der Zeit des großen Umbruchs zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als mit dem 1. Weltkrieg Armut und Hoffnungslosigkeit in Wien Einzug halten. Dafür hat Choreograf Tiago Manquinho mit den SchauspielerInnen eine eigene Körpersprache erarbeitet. Die Geschichte wird vorangetrieben von den Songs, die unter der Musikalischen Leitung von Martin Spahr zentrale Aspekte aufgreifen. Denn, so erzählt es das Stück: Liebe und Musik sind der Kit, der die bröckelnde Gesellschaft zusammenhält.

Weitere Vorstellungen:

  1. September 2018 | 19:30 Uhr
  2. September 2018 | 15:00 Uhr
  3. Oktober, 04. November, 21. Dezember 2018; 04. Januar 2019; 09. Februar 2019 | jeweils um 19:30 Uhr

Inszenierung: Malte C. Lachmann | Musikalische Leitung: Martin Spahr | Bühne und Kostüme: Udo Herbster | Choreographie: Tiago Manquinho | Dramaturgie: Harald Wolff

Mit:

Lukas Goldbach (Johnny, ein Verbrecher), David Moorbach (Carl, sein Bruder), Anne-Elise Minetti (Anne, seine Liebe), Johanna Malecki (Greta, seine Sehnsucht), Paula Schrötter (Luise, sein Volk), Stephan Hirschpointner (Wenzl, sein Verräter), Tom Wild (Schödl, sein Mörder)

MusikerInnen: Marta Danilkovich / Larissa Nagel / Sophie Richter / Elena Tsaur / Christoph Czech / Anton Hubert / Axel Lis / Victor Plumettaz

Kartenvorverkauf: Haus der Karten


Biografische Informationen der Gäste

Malte C. Lachmann (Inszenierung), geboren 1989 in Marburg, studierte Regie für Sprechtheater und Oper an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Cornel Franz. Er war Stipendiat des Cusanuswerks und gewann mit seiner Inszenierung von SCHWARZE JUNGFRAUEN von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel das Körberstudio Junge Regie 2012. 2013 wurde seine Hamburger Inszenierung DIE PROTOKOLLE VON TOULOUSE zum Radikal Jung Festival an das Münchner Volkstheater eingeladen. Von 2010 bis 2012 war er persönlicher künstlerischer Mitarbeiter des Dirigenten Michael Hofstetter. Inzwischen inszeniert er für die Semperoper Dresden, das Thalia Theater Hamburg, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspielhaus Bochum, Staatsschauspiel Dresden, Staatstheater Hannover, Staatstheater Karlsruhe, Nationaltheater Timisoara, Theater Lübeck, Staatstheater Oldenburg, Theater Osnabrück, Theater Trier, Stadttheater Gießen, Theater Hof und das Theater an der Rott. Seit 2017 hat er einen Lehrauftrag an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn inne. In Gießen zeichnete er verantwortlich für die Inszenierungen von KASPAR HÄUSER MEER, DER GOLDENE DRACHE, LEONCE UND LENA und übernimmt in der Spielzeit 2018/19 die Regie der deutschen Erstaufführung von JOHNNY BREITWIESER.

Udo Herbster (Bühne und Kostüme) studierte nach Bühnenbildhospitanzen und –assistenzen am Freiburger Theater Bühnenbild und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach bei Professorin Rosalie und der Dozentin Claudia Billourou sowie Theatertheorie bei Professor Hans Hollmann. 2004 absolvierte er das Diplom in der Fachrichtung Bühne. Bereits 2003 gestaltete Udo Herbster am Stadttheater Gießen das Bühnenbild für die Inszenierung von FUTUR DE LUXE von Igor Bauersima in der Regie von Ragna Kirck. Es folgten Engagements am Staatstheater Wiesbaden, Theater Augsburg, Theater Nordhausen, am Hessischen Landestheater Marburg, Landestheater Coburg, Schauspielhaus Bochum, Theater Bielefeld, Staatstheater Schwerin, an den Theatern in Heilbronn und Zittau. Am Stadttheater Gießen zeichnete Udo Herbster bereits für die Gestaltung von Bühne und Kostüm verantwortlich u.a. für DREI MAL LEBEN von Yasmina Reza, DIE GRÖNHOLM METHODE von Jordi Galceran, DIE DURSTIGEN von Wajdi Muawad, OHNE NETZ von Anne Rabe, DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI von Gunnar Dreßler und RIO REISER – KÖNIG VON DEUTSCHLAND von Heiner Kondschak. Seit der Inszenierung KASPAR HÄUSER MEER 2012 verbindet ihn die Zusammenarbeit mit Regisseur Malte C. Lachmann (ebenfalls DER GOLDENE DRACHE 2015).

Tiago Manquinho (Choreografie) stammt aus Portugal und absolvierte seine Ausbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz in Lissabon. Es folgten zahlreiche Engagements – unter anderem an der Semperoper Dresden und Theater Bielefeld. Parallel zeigte er regelmäßig eigene Choreografien. Von 2015 bis 2017 war Tiago Manquinho als Tänzer und Hauschoreograf am Staatstheater Braunschweig engagiert. Im Mai 2016 brachte er in Braunschweig sein Stück AM SECHSTEN TAG… zur Uraufführung, es folgte der Tanzabend NICE TO MEET YOU?. Seit Ende der Spielzeit 2017/18 arbeitet er als freischaffender Choreograf und choreografierte unter anderem als Gast am Staatstheater Braunschweig das Community Tanzprojekt TANZWÄRTS: ICH & ICH & ICH (Dez. 2017) und für die Tanzcompagnie Gießen CLOSE_INSIGHT (Mai 2018). Seit 2014 ist er Lehrbeauftragter für Tanz (Contact-Improvisation) an der Universität Bielefeld (Fakultät Sportwissenschaft). Zudem ist er Gast Trainingsleiter unter anderem am Stadttheater Gießen.


Schlagworte: Bühne, Stadttheater, Theater
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