Premiere - DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE

Stadttheater Gießen - Großes Haus
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Datum/Zeit
13.01.2018
19:30

Stadttheater Gießen - Großes Haus
Berliner Platz
35390 Gießen


Freiheit und Verantwortung

DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE – Schauspiel von Jean-Paul Sartre | Neuübersetzung von Eva Groepler

 

Wie lässt sich die Gesellschaft gerechter gestalten? Kann die Verwirklichung einer politischen Utopie auch eine Bluttat rechtfertigen? Um diese Fragen kreist Jean-Paul Sartres Schauspiel DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE, das am kommenden Samstag am Stadttheater Gießen Premiere feiert.

Der idealistische Schriftsteller Hugo (Maximilian Schmidt) will die Revolution vorantreiben und sich als Anarchist beweisen. Doch nicht einmal seine Frau Jessica (Paula Schrötter) traut dem intellektuellen Hugo eine echte Tat zu. Deswegen erklärt er sich bereit, den realpolitisch eingestellten Parteiführer Hoederer (Lukas Goldbach) zu ermorden. Bald überkommen ihn Zweifel an seinem Auftrag, aber die Zeit drängt. Zunehmend entspinnt sich eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung zwischen Hoederer, Hugo und Jessica.

Sartres Stück steht exemplarisch für den französischen Existentialismus, hier am Dilemma jeder Politik zwischen Engagement und Verantwortung verhandelt. Inhaltlich knüpft DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE damit an die Eröffnungspremiere der Spielzeit an, Ernst Tollers HOPPLA, WIR LEBEN!

Regisseur Hüseyin Cirpici hat Sartres wortmächtige Textvorlage gekürzt, um Redundanzen zu vermeiden und die Spannung in Richtung eines politischen Thrillers zu erhöhen. Dadurch hat er das 1948 uraufgeführte Stück auch von seinen konkreten historischen Bezügen gelöst und behutsam aktualisiert, ohne eine bestimmte Lesart zu erzwingen. Vielmehr treten so die überzeitlichen Fragen um Freiheit und Verantwortung deutlicher hervor. Unterstützt wird dies durch die Neuübersetzung von Eva Groepler, die Sartres Text in eine unangestrengt heutige Sprache überträgt.

Das politische Gewicht, das auf den Figuren lastet, findet sich auch in dem Bühnenbild von Sigi Colpe wieder. Ein hölzerner Kubus schwebt über allem, während ein dreifach gestaffelter Bühnenraum unterschiedliche Handlungsräume und Zeitebenen markiert und den Figuren maximale Bewegungsfreiheit gewährt. Atmosphärisch begleitet Musik von Julia Klomfaß die Inszenierung. In weiteren Rollen sind Anne-Elise Minetti, Stephan Hirschpointner und Tom Wild zu sehen.

Weitere Vorstellungen: 20.01.2018, 04.02.2018, 02.03.2018, 23.03.2018, 06.04.2018, 28.04.2018, 25.05.2018 | 19:30 Uhr | Großes Haus

Inszenierung: Hüseyin Michael Cirpici | Bühne und Kostüme: Sigi Colpe | Musik: Julia Klomfaß | Dramaturgie: Cornelia von Schwerin

Mit: Lukas Goldbach (Hoederer), Maximilian Schmidt (Hugo), Anne-Elise Minetti (Olga), Paula Schrötter (Jessica), Tom Wild (Louis | Georges | Karsky), Stephan Hirschpointner (Slick | Der Prinz)


Biografische Informationen der Gäste

Hüseyin Michael Cirpici (Inszenierung) studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Von 1993 bis 2002 war er am Staatstheater Stuttgart engagiert. Außerdem arbeitete er für die Salzburger Festspiele und das Schauspielhaus Bochum. Als Regisseur inszenierte er an den Münchner Kammerspielen, am Deutschen Theater Berlin, am Stadttheater Aachen, am Theater Bremen und an den Wuppertaler Bühnen. Für sein Theaterprojekt DAS DORF, welches er für die Münchner Kammerspiele entwickelte, wurde er mit dem Hackenberg-Preis für politisches Theater ausgezeichnet. Hüseyin Michael Cirpici arbeitet neben seiner Tätigkeit als Theater-Regisseur als Feature-Autor und Regisseur für die politischen Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Nach DER SONNE UND DEM TOD KANN MAN NICHT INS AUGE SEHEN in der Spielzeit 2016/17 ist DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE seine zweite Arbeit am Stadttheater Gießen.

Sigi Colpe (Bühne und Kostüme) wohnt in Hamburg. Sie war Bühnenbildassistentin am Thalia Theater Hamburg sowie am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover. Seit 2000 arbeitet sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin. Sie hat diversen Theatern gearbeitet: Schauspiel Düsseldorf, Staatstheater Mainz, Theater Augsburg, am Luzerner Theater, Bregenzer Festspiele, steirischer herbst in Graz, u.a. Für die Eröffnung der Spielzeit 2017/18 entwarf sie am Staatstheater Stuttgart das Kostümbild für FAUST (Regie: Stephan Kimmig). Sie arbeitet seit der Spielzeit 2015/16 regelmäßig mit dem Regisseur Andras Dömötör am Deutschen Theater in Berlin (KÖNIG UBU, CRISIS CLUB). Seit 2015 ist sie Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und unterrichtet „Semiotik / Bühnenbild /Kostümbild“ für Regie- und Dramaturgiestudenten. Mit Hüseyin Michael Cirpici verbindet sie eine gemeinsame Arbeit seit neun Jahren, beginnend am Bremer Theater (SYSTEM AK und GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG), am Theater Ingolstadt (KASIMIR UND KAROLINE) und zuletzt am Theater Krefeld mit der Ausstattung für ROMEO UND JULIA, MACBETH und DER ZERBROCHENE KRUG. DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE ist ihre erste Arbeit am Stadttheater Gießen.

Julia Klomfaß (Musik) studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Bereich Jazz/Popularmusik Komposition auf Diplom. Als Theatermusikerin und Komponistin arbeitet sie seit dem Jahr 2000 unter anderem am Schauspielhaus Bochum, Zürich, Burgtheater Wien und Schauspiel Köln. Mit der Band toi et moi spielt und komponiert sie zusammen mit Raphael Hansen französische Songwriter-Chansons, mit the baffled mind kombiniert sie Streicher, Bläser, Rhythmussektion und Chor zu melancholischer Musik. Im Rahmen ihres Musikschaffens setzte sie sich sowohl mit synthetischen Klängen als auch mit exotischeren Instrumenten wie Mandoline, Marimbaphon, Akkordeon und singende Säge auseinander.

 

 

Kartenvorverkauf: Haus der Karten


Schlagworte: Bühne, Stadttheater, Theater
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