Essengehen in Gießen

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Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen. Das ist auch in Gießen so. Und wer mal nicht selbst zum Kochtopf greifen mag, hat in der Stadt eine große Auswahl an Restaurants. Zahlreiche Landesküchen sind vertreten, und für jeden Gaumen ist ganz sicher etwas zu finden. Wenn nun im Folgenden eine Auswahl von fünf Gaststätten im Kernstadtbereich näher vorgestellt wird, dann richtet sich das nach den Kriterien einer lange gewachsenen Betriebstradition, Präsenz an historischem Ort oder speziellen Merkmalen des Angebots.

Los geht´s im Alt Gießen an der Westanlage 30 bis 32. Gerade hier wird das Wort „Bier“ großgeschrieben, denn das Restaurant verfügt über eine eigene Hausbrauerei direkt vor Ort. Bis zu 16 Bierspezialitäten werden angeboten. Demnächst erhält man das Getränk in dem Lokal auch in Varianten wie Himbeer- oder Holunderbier und als Met oder Honigbier. Kurzum, für Bierfreunde, die sich hier den Trunk als Flaschen- oder Fassvariante für Daheim kaufen können, lohnt der Blick in die Karte. Mehr noch: Im „Alt Gießen“, das sich der Braukunst verpflichtet sieht, stehen Führungen und Seminare in der Brauerei auf dem Programm. Wer es ganz genau wissen will, hat zudem die Möglichkeit, die Kunst selbst zu erlernen und an einem Brautag mitzuwirken. Nun zum Essen, das vor allem durch zünftige bayerische Kultur und hessische Spezialitäten, aber auch durch Länderwochen, etwa zu Afrika, Portugal oder Mexiko, geprägt ist. Klar, es gibt Handkäs, Grüne Soße auch, ebenso wie Steaks oder spezielle vegetarische Gerichte. Richtig lecker ist das „Schäufelchen“, Schulter vom Schwein, die man mit Kartoffelpüree, Sauerkraut und Dunkelbier-Soße reicht. Kurzum: Zünftig und deftig geht es zu im „Alt Gießen“, in dem sich Jung und Alt treffen, auch zum reichhaltigen Mittagsbuffet. Eine Reservierung in dem Restaurant, das über einen Biergarten verfügt und Sonderaktionen wie ein „Oktoberfest“ veranstaltet, ist empfehlenswert.

Nächste Station ist das Justus im Hessischen Hof in der Frankfurter Straße 7, das auf eine lange Geschichte zurückblickt. Das Gebäude selbst ist rund 180 Jahre alt, die Gasthaustradition kaum kürzer. Und wer den Raum betritt, wird schnell feststellen, dass der Laden einfach urgemütlich ist. Verschiedene Räume, wie die Bibliothek oder der zentrumsnahe Biergarten im Außenbereich, laden zum Verweilen ein. Zum Essen: Es gibt deutsch-hessische Hausmannskost mit deutlichem regionalem Einschlag – das Fleisch wird beispielsweise von der eigenen Metzgerei „Fuhr“ aus Kleinlinden bezogen. Auf der Karte stehen Gerichte wie Tafelspitz mit Grüner Soße, „Blutwurst-Lasagne“ oder Hüttenberger Handkäs. Darüber hinaus gibt es Aktionswochen, etwa die „Schweizer Fondue-Woche“, „Fasching“ oder das „Oktoberfest“ und die traditionelle Gala am 1. Dezember, deren Erlöse der Aids-Hilfe zugute kommen, ist fast schon Gießener Pflichtprogramm. Großen Wert legt man in dem Ausbildungsbetrieb, der vier Biere frisch vom Fass und eine besondere Weinauswahl anbietet, auf guten Service. Wer jetzt Appetit bekommen hat: Während der Hochsaison zwischen Oktoberfest und Mitte Juni sollte man auf jeden Fall vorher reservieren.

Gerade am Wochenende ist das auch im Schlosskeller am Brandplatz 2 angeraten. Das Restaurant befindet sich im Keller des ab 1330 erbauten „Alten Schlosses“ und bietet Gerichte mit Einschlag aus Baden-Baden, reichlich Innovation und Internationales. Die Räumlichkeiten bestechen mit gediegenem Flair, und besonders an lauen Sommerabenden ist der Besuch der Terrasse des Hauses mit Blick auf den Botanischen Garten der Justus-Liebig-Universität sehr zu empfehlen. Was es zu essen gibt? Zunächst Klassiker wie „Rosa gebratenes Rinderfilet mit einer Lauch-Pfefferrahmsauce, buntem Marktgemüse und Schweizer Kartoffelrösti“ oder „Badisches Filettöpfchen vom Schweinelendchen an einer Pilzrahmsauce mit frischen Pfifferlingen, dazu hausgemachte Spätzle mit frischem Marktgemüse“. Auch finden sich spezielle Empfehlungen des Juniorchefs wie „Gegrilltes Lachsfilet mit Limonenpesto an einem Salat von gebratenen Thymiankartoffeln, Kirschtomaten und Kräuter-Vinaigrette“, ein Mittagstisch und ein je nach Saison wechselndes Abendmenü.

Zur nächsten Station ist es von hier aus nicht weit. Das Restaurant Zum Hawwerkasten, ein weiterer Traditionsbetrieb in einem 1905 erbauten Haus, das von Beginn an Gastronomie beherbergt hat, ist quasi um die Ecke. Auch hier geht es heute noch urgemütlich zu. Und wer wissen will, was in Gießen gerade so läuft, der ist in dem Restaurant am Landgraf-Philipp-Platz 9 gut aufgehoben. Denn egal ob Jung oder Alt, Arbeiter oder Rechtsanwalt – im „Hawwerkasten“ trifft man sich zum Plaudern und natürlich zum Essen. Ein Blick auf die Karte lehrt: Oberhessische und deutsche Spezialitäten sind angesagt in der Gaststätte, die all ihre Produkte frisch bezieht. Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Was gibt es? Zum Beispiel „Wissicher Pann“, Bratkartoffeln mit Blut-, Leber- und Mettwurst, Dörrfleisch, Eiern und saurer Gurke. Zu finden sind auch Rippchen mit Kraut oder „Bellschuh“, handgemachter Hackbraten mit Zwiebeln und Bratkartoffeln. Ein echter Klassiker ist das Gänseessen ab November. Dabei – und auch ganz generell – ist eine Reservierung zu empfehlen.

Damit ist der kleine gastronomische Rundgang fast beendet, allerdings nicht ohne vorher noch im Restaurant Zum Löwen im Neuenweg 8 vorbeizuschauen. Auch hier wird Geschichte lebendig, gerade weil schon Johann Wolfgang Goethe 1772 hier speiste. Heute steht das Haus, das über die Region hinaus bekannt ist, für italienisches Flair und Spezialitäten wie Wild aus eigenem Revier oder Fischsuppe. Saisonal werden Freunde von Meeresfrüchten  wie Hummer oder Austern hier fündig. Doch es gibt auch Fleischgerichte und vieles mehr in dem Lokal, in dem der Dichterfürst einst dinierte und das über eine opulente italienische Weinkarte verfügt. Kurzum: In Gießen ist für jeden Gaumen etwas zu finden.


Schlagworte: Essen & Trinken
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