Disarstar

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Disarstar – Rap

Freitag, 16.08.2019 | 20:45 Uhr
Gutburgerlich-Bühne | Johannette-Lein-Platz

 

Rechtspopulismus, Wirtschaftskriminalität, Polizeigewalt – die Welt kommt nicht zum Stillstand und somit auch DISARSTAR nicht. Nach seinem Anti-AfD-Song „Alice im Wunderland“ legt der Hamburger Rapper mit „Riot“ / „Robocop“ eine explosive Doppel-Single vor, die in teils krassen Worten bestehende Missstände aufzeigt und ein Aufruf zum aktiven Widerstand ist. „Das Viertel brennt, Wut, die keine Gerichte kennt / Die Gerechtigkeit wirft einen Blick in die Welt, lacht sich kaputt, nimmt ’n Strick und hängt“, skizziert DISARSTAR in „Riot“ das Bild einer Gesellschaft, in der die Verteilungskämpfe längst eine neue Eskalationsstufe erreicht haben. „Das Rudel erjagt die Beute, das Alpha erhält das Fleisch / Und gibt dem Rudel ’n Zehntel ab, ja auch wenn noch nicht mal die Hälfte reicht / Also dem Alpha viel Glück, denn bald holt das Rudel sich alles zurück“, sagt er über frenetische Rap-Rock-Scratches den Herrschenden den Kampf an. Die Zeiten von Diplomatie und Beschwichtigung sind an ihr Ende gekommen, nun schlägt das Volk zurück, vereint im Kampf für ein besseres Morgen: „Ghettoromantik, es ist Zeit mit der Zeit, dass ’ne bessere anbricht / Seh’n keinen Sinn mehr drin wegzurenn’ / Heut‘ werden Ketten gesprengt“.

Geht es in „Riot“ um das kaputte System im Allgemeinen, knöpft sich DISARSTAR in „Robocop“ daraus einen ganz konkreten Bestandteil vor – unseren Freund und Helfer, die Polizei: „Ich bin Robocop / Mit Helm, aber ohne Kopf“, rappt er aus der Perspektive eines Ordnungshüters, der wie ein Sheriff durch die Stadt läuft und „mit Hass und drei Tassen Kaffee im Magen“ emotionslos Befehle ausführt: „Ich mach‘ was sie sagen, komme um Kiffer und Punker zu jagen, bin Profiler, racial Profiler / Komm‘ um Schwarzfahrer aus’m Bahnhof zu tragen / Hol‘ so’n Kanacken ausm Flüchtlingsheim / Bring‘ ihn zum Flughafen, gute Reise / Danach setz‘ ich ’ne Zwangsräumung durch / Ja ich bin der Gute und du bist scheiße“, rappt DISARSTAR provozierend über einen aufrührerischen Beat.

„Ich finde es ganz wichtig, die Institution Polizei im Kern zu hinterfragen. Ich glaube, das ist unser aller Aufgabe“, befindet der 25-Jährige dazu. „Denn was daraus resultieren kann, wenn man es nicht laufend kritisch tut, haben wir in der Geschichte unseres Landes schon gesehen.“ Auch im Split-Musikvideo „Riot x Robocop“ lässt DISARSTAR keinen Zweifel daran, auf welcher Seite der Barrikade er steht: umringt vom Schwarzen Block der Antifa, verteidigt er die Hamburger Straßen. Dass er mit solchen Bildern mächtig polarisieren dürfte, kann dem Musiker nur recht sein. „Jeder, der einen antifaschistischen Standpunkt hat, der gegen Zwänge, gegen Diktatur, gegen Rassismus ist, ist ein Antifaschist“, stellt er klar. „Wir sollten alle Antifaschisten sein. Und somit sind wir alle irgendwie Antifa.“

Nicht politisch sein? In der heutigen Zeit absolut keine Option, zumindest nicht für DISARSTAR, dessen Songs mehr Rückgrat haben als die gesamten Top 20 der deutschen Charts zusammengenommen. Eben dort landeten bereits seine beiden bisherigen Alben „Kontraste“ (2015) und „Minus x Minus = Plus“ (2017) – und man braucht nicht besonders viel Fantasie um zu prophezeien, dass DISARSTAR mit seinem kommenden Werk „Bohemien“ (15.02.) eine gehörige Menge Staub aufwirbeln wird. Oder, wie DISARSTAR es formuliert: „Ich glaube, wenn man irgendwann an dem Punkt ist, dass der Ballon so voll ist, dann müssen wir schon hingehen und die Nadel reinstechen. Und das Ding letztlich zum Platzen bringen.“

Weitere Infos finden Sie auf der Webseite von Disarstar und auf Facebook.

 

Video „Riot + Robocop“


Schlagworte: Stadtfest 2019
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