Digitale Sammlung für Erinnerungen an die Corona-Pandemie wird erstellt

Projekt „coronarchiv“ startet mit Beteiligung der Justus-Liebig-Universität Gießen

Auch Kinder und Jugendliche können sich daran beteiligen

Corona beeinflusst alle Aspekte des Lebens – auch die geisteswissenschaftliche Forschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Gießen, Bochum und Hamburg starten in Zeiten von Kontaktsperre und Homeoffice das Projekt „coronarchiv“. Das Portal soll die Pandemie aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger dokumentieren – und jede bzw. jeder ist aufgerufen, sich zu beteiligen.

Das Coronavirus und die politischen Reaktionen darauf verändern Alltag, Arbeit und Freizeit der Menschen fundamental. Schon heute werden die Pandemie und ihre politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Folgen als historisch gekennzeichnet.

Das „coronarchiv“ lädt dazu ein, Texte, Fotos, Sounds und Videos unkompliziert hochzuladen und damit für die Zukunft zu sichern. Die Objekte werden mit Metadaten wie Entstehungsdatum und -ort versehen und anschließend bereitgestellt. Das Onlineportal ist allen zugänglich, sodass alle mit persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur Dokumentation der Corona-Krise beitragen können.

Jugendliche von heute werden die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von morgen sein – auch in Bezug auf die aktuelle Corona-Krise. Das „coronarchiv“ und die Körber-Stiftung rufen daher Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Wettbewerbs dazu auf, sich mit den Veränderungen in ihrem Alltag durch die Corona-Krise zu beschäftigen und diese zu dokumentieren – sei es per Foto, Video, Audiodokument oder Text. Der Wettbewerb solle junge Menschen zudem motivieren, sich in der aktuellen Situation verantwortungsbewusst zu verhalten und Veränderungen im eigenen Umfeld wahrzunehmen.

Angelehnt an das Prinzip des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, der seit fast 50 Jahren von der Hamburger Körber-Stiftung ausgeschrieben wird, können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigenes Beispiel, eine Erinnerung, ein Fundstück, ein eindrückliches Erlebnis oder Gespräch auswählen, das zeigt, wie sich die aktuelle Krise auf die eigene Familie oder die Region auswirkt. Die Art der Präsentation ist den Teilnehmenden freigestellt: Ob Foto, kurzes Video- oder Audiodokument, ein kreativer oder sachlicher Text, ein Interview, ein Plakat, eine Collage – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Um die Verbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen, sollen die jungen Menschen jedoch von zu Hause aus auf Spurensuche gehen. Gespräche und Videos mit Großeltern und anderen Familienangehörigen lassen sich auch digital aufzeichnen und übermitteln.
Alle eingereichten Beiträge gehen in das „coronarchiv“ über. Zudem lobt die Körber-Stiftung zehn Buchpreise für die besten Einsendungen aus und stellt die Preisträgerinnen und
Preisträger mit ihren Themen vor. Mitmachen können alle Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2020.


Gesucht werden neben den Einsendungen aus der Bevölkerung aber auch freiwillige Corona-Archivarinnen und -Archivare, die aktiv in ihrem Umfeld nach Objekten, also etwa Schildern und Zetteln, suchen und diese abfotografieren. Zudem sollen sie andere eingehende Einsendungen redaktionell bearbeiten, das heißt mit den wichtigsten Daten versehen und so eine vollständige Dokumentation ermöglichen. Außerdem sollen sie Angebote in andere Sprachen übersetzen und das Projekt in den Sozialen Medien bekannt machen.

Das Portal befindet sich im Aufbau und ist online unter www.coronarchiv.de sowie in den Sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram und TikTok) unter @coronarchiv zu finden. Das Projekt startet auf Deutsch; weitere Sprachen sollen hinzukommen. Interessierte können sich über das Kontaktformular auf der Webseite bei dem Projektteam melden.
„coronarchiv“ ist ein gemeinsames Public-History-Projekt der Universitäten Gießen (Projektleitung: Benjamin Roers, M.A.), Bochum (Projektleitung: Prof. Dr. Christian Bunnenberg) und Hamburg (Projektleitung: Prof. Dr. Thorsten Logge, Nils Steffen, M.A.) in Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum Hamburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte. Es basiert auf dem Open-Source-Content-Management-System „Omeka S“ für digitale Online-Sammlungen, das vom Roy Rosenzweig Center for History and New Media (Fairfax, Virginia, USA) zur Verfügung gestellt wird.

Weitere Informationen unter www.coronarchiv.de


Schlagworte: Forschung, Geschichte, Universität, Wissenschaft
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