Beim Wochenmarkt füllt sich der Brandplatz an zwei Tagen der Woche mit Leben

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Wenn die ersten Singvögel ihr Morgenlied anstimmen, dann beginnt an zwei Tagen der Woche in aller Frühe ein magischer Ort in Gießen ganz zaghaft zum Leben zu erwachen. Erste Gespanne rollen an, kräftige Hände beginnen Schirme und Marktlauben zu entfalten, um pünktlich zu Marktbeginn frischestes Gemüse, Delikatessen und diverse Schätzen der Natur zum Kaufe feilzubieten.

Jeden Mittwoch und Samstag findet der Gießener Wochenmarkt von 7 bis 14 Uhr statt. Auf dem Brandplatz, dem Lindenplatz und der Marktlaubenstraße reihen sich dicht an dicht die mannigfaltigen Stände, betören knackige Gemüsesorten, nebst aromatischen Früchten der Region und verführen Duftschwaden von frischen Backwaren zur kurzen Rast unterm bunten Sonnenschirm. Bis weit über die Stadtgrenzen hinaus ist der traditionelle Markt ein Anziehungspunkt, dem ein ganz besonderer Zauber innewohnt. Sind da die Gemüsehändler, die teils seit Jahrzehnten in Familientradition den Markt mit frischester Ware bestücken, die in den Marktlauben heimischem Metzgerbetriebe, die Delikatessenhändler mit Leckereien aus aller Welt oder die bunte Fülle der Blumenhändler. Exotische Früchte erfreuen sich direkter Nachbarschaft rotbackiger Äpfel aus der Region, abendländische Gewürze duften mit dem würzigen Geruch nach selbstgeräuchertem Schinken um die Wette und Tradition trifft Moderne, sowohl im Angebot, als auch in der Besucherstruktur. Was die Waren so friedlich vereint, ist nämlich auch bei seinen Besuchern zu beobachten. Passanten jeglichen Alters schlendern durch die bunten Reihen, begutachten hier, grüßen dort. Unaufgeregt, mit Ruhe, Gelassenheit und Sinnlichkeit. Reihen sich in lange Schlangen vorm Stand mit den saftigsten Erdbeeren ein, der Tipp kam vom Nebenmann, mit dem man am Käsestand ein Schwätzchen hielt. Apropos Käsestand, auch hier kann man sich schnell verlieren. Probehäppchen lassen manch Gaumen verführen, Lieblingssorten finden den Weg in den Einkaufskorb und Spezialitäten werden von zuvorkommenden Händlern geduldig erklärt. Der Kontakt zum Kunden ist direkt, vom Rezepttip für besten Handkäs-Aufstrich bis hin zur Lagermöglichkeit der Frühkartoffel, Kundennähe und auch mal ein herzliches Wort am Rande gehören einfach dazu. Denn der Markt ist neben Einkaufsmöglichkeit auch ein Ort der Geselligkeit, der Worte und des Gesprächs. Beim frisch gebrühten Kaffee nebst selbst gebackenem Kuchen kommt manch gemütliche Pausenstimmung auf. Mit Freunden, Nachbarn und Kollegen verzehrt man gern knackige Kartoffelwürstchen nebst vegetarischen Gemüsespießen oder gönnt sich die frisch gepresste Extraportion Vitamine am Saftstand.

Wer den Blick auch mal schweifen lässt, der entdeckt die historischen Perlen der Stadt, die das schöne Marktareal umgeben. Vom alten bis zum Neuen Schloss, dem Zeughaus bis hin zum Stadtkirchenturm in unmittelbarer Nähe, öffnet sich beim Spaziergang über den Markt ein historischer Blickwinkel auf die Geschichte der Stadt. Verbunden mit traditionellen und modernen Handelsstrukturen, die seit Jahrhunderten die Innenstadt beleben. Helfen lassen kann man sich beim Entdecken dieser historischen Hintergründe auf einer von der Tourist-Information angebotenen Stadtführung über den Gießener Wochenmarkt (auch als Schlemmerführung).

Als grüne Lunge der Stadt lädt der Botanische Garten nur einen Katzensprung entfernt zum Marktausklang ein, wenn am Mittag dann wieder reges Abbautreiben beginnt.

Text: Katrina Friese


Schlagworte: Einkaufen
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