Denker & Lenker: Dennis Bahl

Der VIP-Shuttle steht bereit: Dennis Bahl freut sich auf den Gießener Kultursommer.
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Gießener Kultursommer auf dem Schiffenberg startet

Heute startet der Gießener Kultursommer auf dem Schiffenberg – bei passenden hochsommerlichen Temperaturen. Doch Ausruhen und mal eben in den Schatten setzen ist nicht: Dennis Bahl, der Lenker des Kultursommers, läuft zusammen mit seinem Team schon seit Wochen auf Hochtouren. Denn er darf kein Detail vergessen, damit eine solche Mammut-Veranstaltungsreihe reibungslos ablaufen kann. Meistens gibt es bis zur letzten Minute, bevor die Pforten öffnen, noch irgendwas zu tun. Bahl behält jedoch immer einen kühlen Kopf. Kein Wunder, rückblickend hat er rund 1000 Veranstaltungen betreut. Dabei hat alles ganz klein angefangen.

Bahl stammt ursprünglich aus Hannover. 2000 kam er nach Gießen, um an der Justus-Liebig-Universität Musikwissenschaft zu studieren. „Der Plan war, Gießen nach dem Grundstudium wieder zu verlassen, und in Hamburg oder Berlin weiterzustudieren“, erinnert er sich. Doch es kam anders: Über das Studium kam er erstmals mit Veranstaltungen in Berührung, organisierte zunächst beim „Musaik“, dem Festival des Fachbereichs Musik, mit. Ab 2002 begann er, unter dem Namen Ohrphaust Concerts zusammen mit seinem damaligen Partner Gregor Kaiser, im Kultur- und Jugendzentrum „Jokus“ in Gießen kleinere Konzerte aus den Bereichen Punk, Metal und Alternative zu organisieren.

„Auf einmal war das Big Business“ – Dennis Bahl

Die Liste der Namen ist lang: „Die Apokalyptischen Reiter“ waren da, „Ransom“, aber auch Tobi Schlegel mit seiner Band. „Die Anfangstage waren schon krass. Manchmal waren wir mit Punkbands unterwegs, haben unter der Bühne oder in irgendeiner Abstellkammer gepennt“. Mehr zufällig landete Bahl 2006 einen Coup: Er hatte „Revolverheld“ bereits für ein Konzert in Gießen gebucht, als die Band nach ihrem zweiten Platz bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ durch die Decke ging und die Nachfrage massiv anstieg. „Und so gingen wir mit dem Gig in die Hessenhallen“. Weitere Hallenshows folgten: Die DSDS-Stars Tobias Regner und Mike Leon Grosch kamen. „Dann bekamen wir eine Anfrage, die Chippendales zu veranstalten“, erinnert sich der 37-Jährige, „und auf einmal war das Big Business“.

Mit Sunrise Avenue im Astra Kombi

Mit Gregor Kaiser arbeitet Bahl heute nicht mehr zusammen, man habe sich aus den Augen verloren. 2006 richtete Bahl das erste große Public Viewing in Gießen aus, für das er bis heute verantwortlich zeichnet. Es bedurfte eines technischen Leiters und eines Partners in Sachen Getränke – die DTT Konzerte GmbH wurde zusammen mit Teja Nolting und Torsten Ströher ins Leben gerufen. Die Liste der Künstler, die die Agentur seitdem nach Gießen geholt hat, ist lang: „Subway to Sally“, „J.B.O.“, Stefanie Heinzmann, „Sunrise Avenue“ – um nur Einige zu nennen. Letztere holten DTT erstmals nach Gießen, als die Band noch in den Anfängen ihrer Karriere steckten. „Ich erinnere mich noch genau: Die Band fragte damals nach einem Shuttle“. Da man diesen Aspekt nicht bedacht hatte, holte Bahl die Gruppe persönlich ab – mit seinem 20 Jahre alten Opel Astra Kombi. „Wir saßen letzten Endes glaube ich zu siebt im Auto“, lacht er heute. So wie „Sunrise Avenue“ wuchsen, wuchs auch DTT Konzerte – zuletzt veranstaltete die Agentur die finnische Band in der Frankfurter Festhalle und Open Air auf dem Festplatz in Weilburg. „Es ist eine über 15-jährige Entwicklung“, beschreibt Bahl.

Auf Tour mit dem Chinesischen Nationalcircus

Doch der 37-Jährige, der heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Pohlheim lebt, hat auch schon andere Luft geschnuppert: 2009 war er sechs Monate lang als Tourneeleiter mit dem Chinesischen Nationalcircus in ganz Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland unterwegs. „134 Termine – und nur drei freie Tage“, erinnert er sich. „Zwischendrin bin ich einmal richtig krank geworden – ich lag da im Hotelzimmer und die Rezeptionistin war quasi meine Krankenschwester“, lacht er heute. Doch auch, wenn die Tournee anstrengend war: „Ich habe das Business richtig kennengelernt – mit allen Fallstricken, Tücken und Pannen“.

Bis 4. September Konzert- und Showhighlights

Mit dem Gießener Kultursommer steht nun das nächste Großprojekt ins Haus. „Eine solche Veranstaltungsreihe hat hier in der Region einfach noch gefehlt“, erklärte der Macher, der den Kultursommer 2016 mit seinem Konzertbüro Bahl ausrichtet, vergangene Woche im Pressegespräch. Die Erstauflage fand vergangenes Jahr im Zirkuszelt an den Hessenhallen statt. Dieses Jahr geht es erstmals auf den Schiffenberg. Namika und Joris kommen, Helge Schneider, Gregor Meyle, Tobias Sammet mit Avantasia – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und wenn die Veranstaltung am 4. September nach dem Auftritt von Gregor Meyle ihre Pforten für die Besucher schließt, dann heißt es für Dennis Bahl: Auf in die Planungen für 2017. Nicht zu vergessen, dass es auch noch eine Wintersaison mit verschiedenen Hallenshows gibt.


Schlagworte: Gießener Kultursommer 2016
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