Das Lutherjahr in Gießen

Mit Vorträgen, Konzerten, Theaterspielen sowie einem sozial- und entwicklungspolitischen Symposium und einer Ausstellung wird der Beginn der Reformation 1517 durch die Evangelische Kirche in Gießen historisch gewürdigt und zugleich Martin Luthers Bedeutung für die Zukunft diskutiert.

Den Auftakt bildet eine Serie von Konzerten mit Bach-Kantaten und theologischen Kurzvorträgen unter dem Titel „Luther, Bach und wir“  von Februar bis Dezember in der Johanneskirche unter der Leitung von Christoph Koerber.

Die spätmittelalterliche Mystik, also die Suche und innere Begegnung mit Gott, hat Martin Luther und seine Theologie wesentlich geprägt, sagt der Leipziger Theologieprofessor Dr. Peter Zimmerling. Er wird am 2. März in dem Vortrag „Mystik und Glaube bei Luther. Typisch evangelisch?“ die Bedeutung von Luthers Frömmigkeit für den evangelischen Glauben heute aufzeigen.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Forum Pankratius“ wird die Gießener Theologieprofessorin Dr. Athina Lexutt am 5. Mai in einem Vortrag über „Luther – Der reformatorische Mensch“ über die hellen, aber auch die dunklen Seiten des Reformators berichten.

Dr. Andreas Mohr referiert über „Luther und die Anthropologie: Die Bedeutung von Gesetz und Evangelium“.

Der Leiter des Gießener Stadtarchivs, Dr. Ludwig Brake, wird am 30. August in der Vortragsreihe einen „Streifzug durch die Geschichte des protestantischen Gießen“ unternehmen. In der Stadt seien sehr früh Zeichen für die Reformation gesetzt worden.

Weihbischof Dr. Udo Bentz und Propst Matthias Schmidt nehmen an der Diskussion „Die Kirche ist immer zu reformieren“ am 04.10. teil.

Unter der Leitung der Gießener Germanistikprofessorin, Dr. Carola Dietl werden zwei historische Theaterstücke von Studierenden aufgeführt, im Botanischen Garten und in der Pankratiuskapelle:

Mit der zu Lebzeiten Luthers entstandenen Komödie Monachopornomachia („Mönchshurenkrieg“) von Simon Lemnius rückte der streitbare Reformator selbst in das Zentrum der Polemik. Die 100 Jahre nach der Reformation entstandene Komödie „Tetzelocramia“ stellt die Verführung der römischen Kirche und speziell des Ablasshändlers Tetzel durch den Teufel ins Zentrum des Geschehens. Luthers Kritik an der Kirche hatte sich an der für Geld zu erkaufenden Vergebung von Sünden, dem Ablasshandel, entzündet.

Im Herbst präsentieren die Evangelische Kirche und das Oberhessische Museum eine Ausstellung zur Geschichte der Luther-Bibel und des Buchdrucks mit zahlreichen historischen Bibelausgaben aus dem Besitz des Sammlers Heinrich Rumpf (Großen-Buseck).

Zu einem Evangelisch-Katholischen Gespräch über „Kirche und Reformen“ zwischen Propst Matthias Schmidt und Weihbischof Dr. Udo Bentz wird im Oktober eingeladen werden.

Außerdem gibt es ein Konzert der Evangelischen Jugend „Rock und Reformation“ auf dem Kirchenplatz.


Schlagworte: Lutherjahr
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