Bahnhof

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Als die Main-Weser-Bahn um 1850 Gießen an die Schiene nahm war die Stadt noch ein verträumtes Nest. Rund 9000 Menschen lebten hier, und in Sachen Eisenbahn gab es bloß einen Haltepunkt am Oswaldsgarten. 1910 war die Situation eine ganz andere. Mittlerweile zählte man gut 30 000 Einwohner und der Ort hatte sich zu einer modernen Metropole und einem Eisenbahnknotenpunkt entwickelt. Aus diesem Jahr stammt auch das aus Sandstein gebaute Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs, das bis heute als Wartebereich fungiert.

Vom Zweiten Weltkrieg praktisch unbeschädigt hat der mächtige Bau aus zentraler Halle, großem Uhrenturm und Eingangsbereich mit Kuppeldach überdauert. Reich verziert und beeinflusst vom Jugendstil ist er Nachfolgebau eines bereits um 1854 errichteten Bahnhofs, der in den Jahren zwischen 1904 und 1910 unter Aufsichtdes Architekten Ludwig Hofmann mehrfach umgestaltet wurde. Die Bahn spielte für die Stadt in dieser Phase bereits seit längerer Zeit eine bedeutende Rolle, gerade auch weil sich hier die Linien beispielsweise in Richtung Frankfurt, Fulda oder Kassel trafen. Bis heute ist Gießen Drehkreuz und Verkehrsknotenpunkt. Doch während man noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wartesälen der ersten und zweiten Klasse mit angeschlossenem Speisesaal die Zeit bis zur Abfahrt vergehen ließ, ist der Innenraum der Halle in unseren Tagen von zahlreichen Geschäften, Imbissen und einem offenen Sitzareal geprägt. Übrigens, wie heute war der Bahnhof auch um 1900 Start- und Zielpunkt des innerstädtischen Personennahverkehrs: Ab 1894 wurden Pferdeomnibusse und ab 1909 zwei Straßenbahnlinien „Rot“ und „Grün“ eingesetzt. Bis 1953 durchquerten sie die Innenstadt, um schließlich von Autobussen abgelöst zu werden.


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